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Sprachliches Neuland betreten Iman, Salman und Sadun (von links). Zur Seite steht ihnen dabei Bürgermedaillenträgerin Maria Trautz. Foto: Seibel
Sprachliches Neuland betreten Iman, Salman und Sadun (von links). Zur Seite steht ihnen dabei Bürgermedaillenträgerin Maria Trautz. Foto: Seibel
21.08.2015

Ehemalige Pfarrerin Maria Trautz unterrichtet Asylsuchende

Pforzheim. Mit dem, was Maria Trautz (70), frühere evangelische Pfarrerin und Religionslehrerin, kennt, hat das hier nichts zu tun: nicht das Alter ihrer Schüler, deren ethnischer und sozialer Hintergrund, nicht der Ort, nicht die Umstände. Der Blick geht hinaus aus dem geöffneten Fenster in Richtung Trainingsplatz des CfR Pforzheim und die Rückansicht der neuen Tribüne des Stadions. Erster Stock der Asylbewerberunterkunft an der Adolf-Richter-Straße. Ein paar Tische, eine Tafel – der Unterrichtsraum, in dem die Trägerin der Bürgermedaille und Mitgründerin der Vesperkirche an vier Vormittagen Flüchtlingen die Grundzüge der deutschen Sprache und Schrift beibringt.

Sie kommen aus dem Norden Iraks, sind Yeziden, gehören der verfolgten und in ihrer Heimat vom Tod bedrohten religiösen und ethnischen Minderheit an: Iman (21), Sadun (26), der hofft, nach seiner Anerkennung als Flüchtling seine Frau und die beiden Kinder nachholen zu dürfen. Das hofft auch Salman (47). Er ist Vater von sechs Kindern, im Irak ist er Lastwagen gefahren, sagt er – und an diesem Morgen liest er laut aus dem Deutsch-Heft für Anfänger: „Am Morgen stehe ich auf, am Vormittag lerne ich Deutsch, am Mittag koche ich, am Nachmittag arbeite ich, am Abend sehe ich fern.“

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