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Diese Zeiten sind vorbei: das Gemeindehaus der evangelischen Stadtkirchengemeinde dient Anneliese und Hansjörg Scherberger mit Christiana Mehl (von links) beim Verpacken der Vesperpakete als Standort.  Foto: Archiv/Ketterl 

Ehrenamtliche der Vesperkirche müssen im Container arbeiten - „Menschen in Not“ hilft

Pforzheim. Wenige Tage vor Beginn der Vesperkirche am Sonntag, 19. Januar, soll der Doppelcontainer geliefert werden, hofft Caritas-Direktor Frank Johannes Lemke. Eine aufwendige Planung sei nötig gewesen, um dringend erforderliche Räume des abgerissenen Gemeindehauses an der Stadtkirche für vier Wochen zu ersetzen. Denn ein Teil der 270 Ehrenamtlichen braucht Platz, um die Vespertüten für die knapp 500 täglich erwarteten Gäste herzurichten.

Rund 40 Quadratmeter werden durch die mobilen Container zu Verfügung stehen, sagt Elisabeth Schweizer vom Führungsteam. Für die Angebote der Friseure sei dadurch kein Platz. Aber es bestehe die Möglichkeit, in der Suppenküche (in der Zeit nach dem Ende der Vesperkirche am 16. Februar) zu deren Öffnungszeiten Gäste zu frisieren, wie es bereits ein mobiles Friseurteam zweimal realisiert hatte. Pro Tag werden zwischen 50 und 55 Helfer an der Seite der Verantwortlichen – dem Planungskreis und dem Führungsteam – stehen, zehn davon seien Azubis, freut sich Schweizer. Immer mehr Betriebe schickten Lehrlinge oder auch Mitarbeiter, so auch das Autohaus Walter, das neben Autohaus Hahn Fahrzeuge bereitstelle. Mit ihnen können etwa die 14 Bäckereien angefahren werden, die Brot und Stückchen spenden.

Ohne die zahlreichen Spender sei die Aufgabe nicht zu bewältigen, so Lemke. Und da komme es auf einzelne Kuchen (zehn werden pro Tag benötigt) etwa von Jugendlichen genauso an wie auf Großspenden. Die PZ Aktion „Menschen in Not“ unterstützt die Veranstaltung seit Jahren und gibt 25.000 Euro.

 

„Die Vesperkirche ist eine wunderbare Aktion. Hier sorgen Menschen aus Pforzheim für Notleidende aus Stadt und Region. Zur Vesperkirche kommen die Menschen, die sonst kaum mehr Ansprechpartner oder gar eine warme Mahlzeit haben.“

Susanne Knöller, Vorsitzende der Hilfsaktion „Menschen in Not“. Die Aktion unterstützt die Vesperkirche mit 25.000 Euro.

 

Für die Kinderbetreuung sind einige Helfer durch Werbung und Zeitungsartikel aufmerksam geworden – neu dazugekommen. Das alte Leitungsduo hatte ja Anfang des Jahres seinen Abschied gegeben. Jetzt sollen die Neulinge im täglichen Wechsel und in enger Kooperation mit den Hauptverantwortlichen in diese Aufgabe hineinwachsen. Den Eröffnungsgottesdienst am 19. Januar (10 Uhr) will Dekanin Christiane Quincke gestalten, eine Andacht beschließt jeden einzelnen Tag in der Vesperkirche. Gute Gespräche, Herzlichkeit aber auch ärztlicher Rat und Seelsorge – aus diesem Mix speist sich seit Jahren die Vesperkirche.

Die Containerlösung kostet den Förderverein Ökumenische Vesperkirche Pforzheim 20.000 Euro extra. Von den insgesamt kalkulierten 160.000 Euro sei die Hälfte bereits da, sagt Lemke. Und weist darauf hin, dass es grundsätzlich keine Straßensammlungen des Vereins gebe, die Zuwendungen flössen ausschließlich auf Spendenkonten.

www.pforzheimervesperkirche.de