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Sie hatten Ende Dezember vor Ort gemeinsam nach Lösungen für die Probleme durch die Dauerbaustelle an der Östlichen gesucht: Karlheinz Jösel (Ordnungsamt), Uwe Körper („US Corner“), Wolfgang Raff (Ordnungsamtsleiter) sowie die Geschäftsleute Frank Steinbrecher, Peter Ferenz und Toni Steinbrecher (von links). Künftig soll noch rascher und effektiver reagiert werden. Foto: PZ-Archiv
Sie hatten Ende Dezember vor Ort gemeinsam nach Lösungen für die Probleme durch die Dauerbaustelle an der Östlichen gesucht: Karlheinz Jösel (Ordnungsamt), Uwe Körper („US Corner“), Wolfgang Raff (Ordnungsamtsleiter) sowie die Geschäftsleute Frank Steinbrecher, Peter Ferenz und Toni Steinbrecher (von links). Künftig soll noch rascher und effektiver reagiert werden. Foto: PZ-Archiv
24.02.2017

Ein Baustellen-Kümmerer könnte Pforzheimer Probleme richten

Die Hängepartie um die große Baustelle an der Östlichen und das damit verbundene Ärgernis für Einzelhändler und die nach Parkplätzen suchenden Kunden hat vor Augen geführt, zu welchen Komplikationen solche Maßnahmen führen können. Den aktuellen Fall hat das zuständige Dezernat zum Anlass genommen, um sich das Baustellenmanagement genau anzuschauen. „Unser Ziel ist es, für künftige Bauabläufe Optimierungsmöglichkeiten zu identifizieren und zu prüfen, wie sich diese umsetzen lassen“, so Baubürgermeisterin Sibylle Schüssler.

Dabei gelte es auch, gute Ideen aus anderen Städten auf ihre Übertragbarkeit zu prüfen. Über die Ergebnisse wird laut Schüssler in einer der nächsten Sitzungen des Bau- und Liegenschaftsausschusses berichtet. Schon jetzt gibt die Verwaltung Antworten auf häufig von Stadträten und Bürgern gestellte Fragen.

Ist es möglich, schon in der Ausschreibung darauf hinzuweisen, bei wetter- oder urlaubsbedingtem Stillstand die Baustelleneinrichtung so zu verändern, dass dadurch legales Parken ermöglicht wird? Zunächst einmal stehe bei einer Baustelleneinrichtung die Sicherheit im Vordergrund, betont die Stadtverwaltung. Grundanforderung sei, dass Fußgänger und Autofahrer innerhalb des Baustellenbereichs sicher sein können. Solche Maßnahmen würden bereits im Vorfeld mit allen an der Koordinierung Beteiligten abgestimmt.

Jeder Bauphase sei dann eine entsprechende Verkehrsführung zugeordnet. Die dazu nötigen Leistungen würden in die Ausschreibung aufgenommen. Im Fall der Östlichen sei etwa darauf hingewiesen worden, dass den Bewohnern und Nutzern der angrenzenden Gebäude jederzeit der Zugang, möglichst auch die Zufahrt, ermöglicht werden müsse.

Grundsätzlich gelte, dass eine Baumaßnahme „kontinuierlich abzuwickeln“ sei. Seitens des Auftraggebers seien im Fall der Östlichen auch die zu erhaltenden Verkehrsbeziehungen vorgegeben worden. Ob für urlaubsbedingte Stillstandszeiten entsprechende Hinweise in die Ausschreibung genommen werden können, müsse für künftige Ausschreibungen und Bauverträge geprüft werden. Allerdings, so die Stadt, laufe bei Bauarbeiten nicht immer alles planmäßig, „so dass der Bauzustand zu einem bestimmten Zeitpunkt XY schwer vorherzusehen ist“.

Wie laufen die Baustellenkoordinierung und das Zeitmanagement ab?

Die im Grünflächen- und Tiefbauamt (GTA) angesiedelte Koordinierungsstelle fasse die Belange aller Gewerke (Straßenbau, Ver- und Entsorgungsträger) zusammen. Gemeinsam werde mit den am Bau Beteiligten und den Verkehrsbehörden (Ordnungsamt und Polizei) die erforderliche Verkehrsführung erarbeitet. Die zeitliche Überwachung von Baustellen findet ebenfalls durch das GTA statt.

Wie werden die betroffenen Händler und Bürger informiert?

Die Anlieger werden vom Fachamt angeschrieben oder per Briefeinwurf informiert. Entsprechende Ansprechpartner seien namentlich aufgelistet, die telefonisch oder auch vor Ort für Rückfragen zur Verfügung stehen. „Wir werden aber überprüfen, ob hier künftig nicht eine Art ‚Baustellen-Kümmerer‘ noch stärker als bisher den Kontakt zu Anwohnern und vor allem den betroffenen Händlern sowohl im Vorfeld als auch während der Bauphase suchen kann“, so Bürgermeisterin Schüssler. Ebenfalls würden die Kommunikationswege wie Homepage oder Hotline, die den Bürgern für Anregungen und Hinweise angeboten werden können, nochmals „dezidiert angeschaut“.

In welchen Abständen kontaktiert die Verwaltung von sich aus betroffene Händler während einer Baumaßnahme?

Die Anlieger seien bislang durch Pressemitteilungen und Briefeinwürfe informiert worden. Durch die Kontaktdaten der Mitarbeiter hätten die Betroffenen die Möglichkeit, sich direkt an die Verwaltung zu wenden. Aber auch hier möchte die Verwaltung prüfen, „wie die Kommunikationsschwelle künftig noch niedriger gehalten werden kann“.

Wie ist die Verwaltung mit berechtigten Klagen der Händler in der Östlichen umgegangen?

„Zu den durch die Händler aktuell aufgeworfenen Themen wurden schnell, unbürokratisch und in optimaler Abstimmung zwischen Dezernat I, II, und IV pragmatische Lösungen gefunden“, betont die Stadtverwaltung. Eine Änderung der Verkehrsführung habe „unmittelbar herbeigeführt“ werden können. Eventuell weitergehende Forderungen würden gemeinsam mit dem Rechtsamt unter Beachtung des Straßengesetzes bearbeitet.

Gibt es Handlungsmöglichkeiten, den ursprünglichen Zeitplan in der Östlichen noch einzuhalten?

Das Bauunternehmen sei – dem Bauvertrag entsprechend – „zur Einhaltung der vertraglichen Fristen aufgefordert“. Allerdings könne es immer zu Verzögerungen, etwa durch die Witterungsverhältnisse, kommen: „Dies liegt im Risikobereich des Aufraggebers.“ Seitens der Verwaltung werde „alles dafür getan, den Zeitplan einzuhalten“. Die Anordnung von Beschleunigungsmaßnahmen sei geprüft worden. Diese seien aber „derzeit noch nicht notwendig“. Künftig werde vom Bürgermeisteramt „die klare Maßgabe formuliert, dass Baumaßnahmen nach Möglichkeit so terminiert werden, dass diese in einem Zug durchgeführt werden können“.