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Markus Schütz arbeitet als Pastoralreferent auf dem Buckenberg und hilft Neuankömmlingen dabei, in der Stadt Fuß zu fassen.
Markus Schütz arbeitet als Pastoralreferent auf dem Buckenberg und hilft Neuankömmlingen dabei, in der Stadt Fuß zu fassen.
16.09.2015

Ein Begleiter und Wegbereiter für Flüchtlinge

Pforzheim. Menschen zur Seite zu stehen, gehört für Markus Schütz zum beruflichen Alltag. Um so bemerkenswerter ist es, dass sich der Pastoralreferent der katholischen Seelsorgeeinheit Pforzheim-Buckenberg auch privat für Schutzsuchende einsetzt. Er hilft einer aus Nordkorea geflohenen Frau und ihrer Tochter, hier Fuß zu fassen.

Und er lernt selbst viel dabei für die Arbeit und für das Leben. „Es ist ein Geben und Nehmen“, sagt Markus Schütz.

Seit drei Jahren lebt der in Fürth im Odenwald geborene Hesse in der Goldstadt. Zuvor hatte der Theologe in Herborn im Bistum Limburg gearbeitet. Eines Morgens las er in der „Pforzheimer Zeitung“ einen Aufruf der Freiwilligenagentur Pforzheim-Enzkreis. Ehrenamtliche wurden gesucht. Schütz überlegte nicht lange: „Es war ein spontaner Impuls.“ Er sah die Möglichkeit, enger in Kontakt mit der neuen Stadt und ihren Einwohnern zu treten. Vor allem aber wollte er Hilfsbedürftigen zur Seite stehen. „Menschen sind mir wichtig“, sagt der 46-Jährige, „und ich bin gerne bereit, zu helfen.“

Die Verbindung zur kleinen nordkoreanischen Familie wurde im November 2012 hergestellt – und sie hält bis heute an. Die Treffen an einem Nachmittag in der Woche sind Standard. Schütz hat aber auch die Einschulungsfeier des Kindes miterlebt, er unternimmt mit der Familie Ausflüge, etwa in den Wildpark, man hat gemeinsam Weihnachten gefeiert. Und auch, als Mutter und Tochter von ihrer ersten Unterkunft in eine kleine Wohnung ziehen durften, stand ihnen ihr Pate mit Rat und Tat zur Seite, organisierte etwa Möbel für die eigenen vier Wände in der Fremde, die für die Mutter und ihr Mädchen immer mehr zur Heimat wird.

Die Sorgen und Ängste in der Bevölkerung angesichts der steigenden Anzahl von Flüchtlingen begegnen Schütz immer wieder, auch im Unterricht, den er an der Goldschmiedeschule hält. Er nehme diese Furcht ernst, berichte von eigenen Erfahrungen und versuche, Treffen zu initiieren. „Ängste kann man nur abbauen über den persönlichen Kontakt“, weiß Markus Schütz.

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