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06.11.2011

Ein Chor wird 100: Festakt mit Zollitsch

Festgottesdienst zum 100-jährigen Bestehen des Kirchenchores St. Antonius. Erzbischof Robert Zollitsch aus Freiburg hält Festgottesdienst ab.

Sie haben das Lied Gottes in die Herzen der Menschen gesungen“. Mit diesen Worten dankte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, dem Kirchenchor der Pforzheimer Antoniuskirche. Der Erzbischof kam gestern anlässlich des 100-jährigen Bestehen des Chores und ehrte das Engagement der Mitglieder mit einem Pontifikalamt in der Antoniuskirche.
Die Ausgestaltung des Festgottesdienstes übernahm dabei natürlich der Chor selbst – mit der Unterstützung von Bachorchester und Pforzheimer Philharmonie. Die Sänger trugen eindrucksvoll gestaltete Chorsätze alter Meister vor, die zuvor ein langes und intensives Proben erforderlich machten. Die Leitung hatte in jahrzehntelanger Tradition Wilfried Hoffmann, begleitet von Marius Zachmann an der Orgel.

Bildergalerie: Erzbischof Zollitsch besucht St. Antonius-Gottesdienst

Gelebter Glaube im Alltag

In seiner Predigt ging Zollitsch auf das beständige Singen und Proben ein, dankte für die Bereicherung der Gottesdienste und für die Gestaltung von Konzerten und stellte als Klammer von Notenschlüssel und Takte das Lob zur Ehre Gottes heraus. Dies bezeichnete er auch als Gütesiegel jedes Christen. Sind wir heute glaubensmüde und erschöpft, ging er der Situation nach, die vielfach greifbar ist.

Die Zukunft der Kirche und des Glaubens entscheide sich nicht in den Strukturen, betonte er, sondern im lebendig gelebten Alltag und er bat Glaube, Hoffnung und Liebe zu leben, damit der Alltag zum Lobe Gottes führt, der dann Strahlkraft besitzt und andere neugierig machen kann. Er ging auch auf die Gefahren einer Protestgesellschaft ein und bezeichnete die singende Gemeinschaft als tragende Säule in der Gemeinde und hob auf die Melodie der Hoffnung und Zuversicht.. „Ohne den Glauben wird unser Land ärmer und ohne Kirchenchöre erst recht“, war sein Bekenntnis. Der Dreiklang aus Glaube, Hoffnung und Liebe schenke uns Freiheit und Frieden, sprach er die Grundfesten menschlichen Zusammenlebens an, ohne die eine Gesellschaft im Chaos ende.
Machtvoll erklang zum Abschluss der Liturgie das „ Halleluja“ aus dem Oratorium „Der Messias“ von Georg Friedrich Händel, ehe sich alle im Gemeindesaal versammelten. Dort dienten selbst gebastelte Orgelpfeifen als Blumenvasen und unterstrichen so den Anlass der Begegnung.

Der Pfarrgemeinderatsvorsitzende Karl-Heinz Renner begrüßte dort neben Oberbürgermeister Gert Hager auch den evangelischen Dekan Hendrik Stössel unter den zahlreichen Gästen. Gleichzeitig wies er auf 105 Jahre Gründung der Pfarrgemeinde St. Antonius hin. Hager dankte für die zahlreichen seelsorgerlichen, musikalischen und sozialen Dienste der Gemeinde und stellte den Chor als kulturelle Bereicherung für die Stadt heraus. Er selbst habe bereits vor 30 Jahren als Cellist bei Aufführungen mitgewirkt, merkte er an. Er wies daneben auf die christlichen Werte hin und es war ihm wichtig, dass die Kirche ihre Stimme erheben und sich in die Gesellschaft einbringen soll. Nach dem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Pforzheim dankte Zollitsch für das gute Miteinander und schnitt auch Lösungen für die Neueinteilung der Seelsorgeeinheiten im Dekanat Pforzheim an.

Medaille verliehen

Ein Festakt mit Musik, Ehrungen und Grußworten schloss sich an. Der Diözesanpräses des Freiburger Cäcilienverbandes Dompfarrer Wolfgang Gaber überreichte dem Chor als höchste Auszeichnung des Deutschen Cäcilienverbandes die Palestrina-Medaille. „Erheitere durch Gesang dein Herz“, gab er dem Chor mit auf den Weg.