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Farbenprächtig gewandet und mit viel Gefühl: Akshaya Narayan aus München singt beim Musikfest im Hindu-Tempel an der Turnstraße. Foto: Läuter
Farbenprächtig gewandet und mit viel Gefühl: Akshaya Narayan aus München singt beim Musikfest im Hindu-Tempel an der Turnstraße. Foto: Läuter
14.01.2018

Ein Fest indischer Klänge im Hindu-Tempel in Pforzheim

Pforzheim. „Einer, dessen Körper prächtig ist wie der blaue Diamant Indiras. Einer, dessen Augen gleich dem Mond und der Sonne sind. Einer, dessen Größe jenseits aller Vergleiche liegt. Vater Brahmas, du bist der Herr von allem.“ Hingebung und Sehnsucht nach Gott stehen in den traditionellen Gesängen der indisch-karnatischen Musik im Mittelpunkt.

Zum nunmehr zweiten Mal hat die hinduistische Gemeinde des Tempels „Sri Nagaboosani Amman“ an der Turnstraße am vergangenen Freitag rund 40 Interpreten dieser ganz besonderen Musik aus München, Stuttgart, Karlsruhe und der Region nach Pforzheim geholt.

Angebot soll sich etablieren

„Marghazi Utsavam“ lautet der Name des Fests, das in Zukunft jährlich stattfinden und jungen hinduistischen Musikern eine Plattform für ihre Kunst bieten soll, wie Anuja Hariharan von der hinduistischen Gemeinde berichtete. Das aus dem Süden Indiens stammende Fest findet in der Region Chennai traditionellerweise den gesamten Monat „Marghazi“ über statt – nach dem hiesigen Kalender also zwischen Dezember und Januar. Ein Monat, in dem Hindus zur Ruhe kommen und sich zwischen altem und neuem Jahr der inneren Stabilisierung widmen. Frauen beschäftigen sich in dieser Zeit beispielsweise mit dem Erstellen von Mandalas, Männer oftmals mit Musik. Neue Dinge, wie den Kauf eines Hauses oder das Eingehen einer Ehe, so Hariharan, beginne man in dieser Zeit nicht.

Viele der Musiker, die bei einem Guru lernen, üben gut zehn Jahre lang, ehe sie das erste Mal eine Bühne betreten und die Musik zu ihrem Beruf machen. In Deutschland sei das in der Regel nicht möglich, und die Auftrittsmöglichkeiten seien rar. Deshalb habe man sich entschieden, auch in Pforzheim zumindest an einem Tag des Marghazi ein Fest zu veranstalten. Eines, zu dem alle Pforzheimer, die neugierig sind auf die meditativen Gesänge, im kommenden Jahr eingeladen seien, so Hariharan.