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Die erste Mannschaft aus Flüchtlingskindern des Unteren Enztals, die bei der Bolzplatzliga in der Jahnhalle mitspielte, gemeinsam mit Gunther Krichbaum (CDU-Bundestagsabgeordneter) und Philipp Maier (Projektleiter Freizeitangebot im Unteren Enztal, Zweiter und Dritter von links) sowie Mohamed Gacem (Projekt-Mitarbeiter Freizeitangebot Unteres Enztal, Zweiter von rechts). Foto: Läuter
Die erste Mannschaft aus Flüchtlingskindern des Unteren Enztals, die bei der Bolzplatzliga in der Jahnhalle mitspielte, gemeinsam mit Gunther Krichbaum (CDU-Bundestagsabgeordneter) und Philipp Maier (Projektleiter Freizeitangebot im Unteren Enztal, Zweiter und Dritter von links) sowie Mohamed Gacem (Projekt-Mitarbeiter Freizeitangebot Unteres Enztal, Zweiter von rechts). Foto: Läuter
17.11.2015

Ein Kick für die Integration: Freizeitangebot für Flüchtlingskinder

Bälle krachen gegen die Wände, Jubelschreie hallen durch die Gänge der Jahnhalle. An diesem Samstagmorgen versteht man kaum sein eigenes Wort. Es ist der vierte Spieltag in der Wintersaison der Bolzplatzliga und acht U 13-Mannschaften zu je neun Spielern haben sich am Morgen eingefunden, um ihre Fußballkünste zu messen. „Es gibt keine andere Halle, in der so eine Stimmung aufkommt“, berichtet Clemens Beisel erfreut. Er zeichnet seitens des Stadtjugendrings (SJR) verantwortlich für das erfolgreiche Projekt, das 2006 von SJR, Sportkreis und der Stadt gegründet worden war und das sich über den Sport, der interkulturellen Verständigung verschrieben hat.

Erstmals in dieser Saison hat auch eine Mannschaft von Flüchtlingskindern aus dem „Unteren Enztal“ den Weg zur Bolzplatzliga gefunden. Finanziert durch die PZ-Hilfsaktion „Menschen in Not“, findet dort seit November vergangenen Jahres zweimal in der Woche ein betreutes Spiel- und Freizeitangebot für die rund 70 Kinder und Jugendlichen statt. Fester Bestandteil und bei allen beliebt, ist da natürlich Fußball, wie der Erlebnispädagoge des SJR, Philipp Maier, berichtet. Gemeinsam mit dem Jugend- und Heimerzieher Mohamed Gacem hat er an diesem Tag die Jungs aus dem Unteren Enztal begleitet.

„Anfangs gab es ein recht hohes Aggressionspotenzial unter den Spielern und es wurde meist länderweise gespielt. Aber durch die Teilnahme an der Bolzplatzliga hat sich das geändert“, so Maier. Habe es beispielsweise anfangs noch geheißen, man spiele gegen Deutschland, wurde daraus schnell ein Spiel gegen Pforzheim und schließlich ein Spiel mit Pforzheim, ergänzt Beisel.

Die Bolzplatzliga auch im Winter durchzuführen, war drei Jahre in Folge gelungen, weil die Bundesligastiftung Sponsorengelder zugesagt hatte. Die allerdings, erläutert der CDU-Bundestagsabgeordnete und Förderer der Bolzplatzliga, Gunther Krichbaum, könnten maximal drei Jahre in Anspruch genommen werden. „Die Bolzplatzliga ist nicht mehr wegzudenken und ist als Einstieg zur Integration der Schlüssel“, sagt Krichbaum. Die Stadt wie auch der Verein „Sicheres Pforzheim Sicherer Enzkreis“ fördern das Projekt ebenfalls, dennoch wird in absehbarer Zeit ein neuer Sponsor gesucht werden müssen.

Wie wichtig und erfolgreich die Arbeit der Bolzplatzliga ist und welches Konzept genau dahinter steckt, das würden Beisel und Tobias Müller, Geschäftsführer des Sportkreises und mitverantwortlich für die Bolzplatzliga, gerne auch dem neuen Gemeinderat einmal vorstellen.

Das Finalspiel der Wintersaison findet am 19. Dezember ab 9.30 Uhr in der Jahnhalle statt und ist öffentlich. Der Eintritt ist frei.