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Ein Teil der Bewohner der Flüchtlingsunterkunft in Huchenfeld versammelt sich zu einer kleinen Infoveranstaltung. Es geht um Mülltrennung und Energiesparen. Foto: Meyer
Ein Teil der Bewohner der Flüchtlingsunterkunft in Huchenfeld versammelt sich zu einer kleinen Infoveranstaltung. Es geht um Mülltrennung und Energiesparen. Foto: Meyer
Übersetzen für die Bewohner: Rabin Darman und Aylin Balsoy-Schuster, daneben Wohnheimleiterin Birgit Jakob. Foto: Meyer
Übersetzen für die Bewohner: Rabin Darman und Aylin Balsoy-Schuster, daneben Wohnheimleiterin Birgit Jakob. Foto: Meyer
Mülltrennung steht im Fokus – Martina Bernert zeigt, wie’s geht. Foto: Meyer
Mülltrennung steht im Fokus – Martina Bernert zeigt, wie’s geht. Foto: Meyer
Freut sich über den Besichtigungstermin: Der 24-jähriger Yezide Rabin Darman spricht mit Integrationsmanagerin Aylin Balsoy-Schuster über seine Plänen, eine eigene kleine Wohnung zu beziehen. Foto: Meyer
Freut sich über den Besichtigungstermin: Der 24-jähriger Yezide Rabin Darman spricht mit Integrationsmanagerin Aylin Balsoy-Schuster über seine Plänen, eine eigene kleine Wohnung zu beziehen. Foto: Meyer
Beraten im Einzelgespräch: Die Integrationsmanager Martina Bernert und Jonas Kaufmann kommen zweimal die Woche in der Huchenfelder Unterkunft vorbei. Foto: Meyer
Beraten im Einzelgespräch: Die Integrationsmanager Martina Bernert und Jonas Kaufmann kommen zweimal die Woche in der Huchenfelder Unterkunft vorbei. Foto: Meyer
Ortsvorsteherin Sabine Wagner (links vorne) hat am Dienstag die Flüchtlinge begrüßt. Gemeinsam mit den Integrationsmanagern informierte sie unter anderem über die Beteiligung am örtlichen Vereinsleben. Foto: Meyer
Ortsvorsteherin Sabine Wagner (links vorne) hat am Dienstag die Flüchtlinge begrüßt. Gemeinsam mit den Integrationsmanagern informierte sie unter anderem über die Beteiligung am örtlichen Vereinsleben. Foto: Meyer
Die Einrichtung von außen. Foto: Meyer
Die Einrichtung von außen. Foto: Meyer
11.05.2018

Ein Nachmittag mit den Pforzheimer Integrationsmanagern

Pforzheim-Huchenfeld. 38 anerkannte Flüchtlinge leben derzeit in der Huchenfelder Unterkunft. Nach dem Anschlag kurz vor dem Bezug des Gebäudes im März ist es hier ruhig geworden. Die Bewohner versuchen, sich im Alltag zurechtzufinden und bürokratische Hürden gelassen zu nehmen. Dabei helfen ihnen die Integrationsmanager.

Geduld war das Erste, das Rabin Darman nach seiner Ankunft in Deutschland gelernt hat. Schnell nahm er auch „Warten“ in sein Vokabular auf. Warten auf den ersehnten Bescheid vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Drei Jahre später hat der 24-Jährige nicht nur die Aufenthaltsgenehmigung, sondern längst auch Begriffe wie „Familienzusammenführung“ in seinem Wortschatz. Sein Deutsch ist mittlerweile so gut, dass er an diesem Donnerstag für die anderen Bewohner der Flüchtlingsunterkunft in Huchenfeld übersetzt.

Erst im März ist der aus dem Irak stammende Yezide hier eingezogen. Insgesamt leben 38 Geflüchtete mit Aufenthaltsgenehmigung in dem Gebäude am Heerweg. Überwiegend sind es Familien. Daneben gibt es zwei Wohngemeinschaften. Darman lebt in einer davon – mit sieben weiteren jungen Männern. Zweimal die Woche bekommen die Neuankömmlinge aus Syrien, Eritrea oder eben dem Irak Besuch von den Integrationsmanagern Martina Bernert und Jonas Kaufmann. Sie vermitteln Sprachkurse, helfen bei der Jobsuche oder regeln den Schulbesuch.

Dieser Nachmittag dreht sich primär um das Thema Mülltrennung. Auch etwas typisch Deutsches. Nach und nach trudeln die Bewohner ein, zwei Jungs tragen Stühle aus der Wohnung in den kleinen Aufenthaltsraum. Andere verlassen die Zusammenkunft bereits vorzeitig: „Sprachkurs“ rufen sie Aylin Balsoy-Schuster entschuldigend zu. „Der geht vor“, sagt die Teamleiterin des städtischen Integrationsmanagements, die die Arbeit von 19 Kollegen koordiniert. „Wir versuchen, zu vermitteln, wie wichtig die Sprache ist“, sagt sie. Dass Deutsch hier der „Türöffner“ ist, weiß Darman. Während er die Carlo-Schmid-Schule besucht, arbeiten viele seiner Freunde längst. Doch er ist überzeugt: „Arbeiten kann ich jederzeit, ich muss nur erst die Sprache richtig beherrschen.“

Aber es gibt noch andere Themen, die die Bewohner beschäftigen. Während Bernert und Kaufmann im Beratungszimmer mit Einzelnen Gespräche führen, erzählt Teamleiterin Balsoy-Schuster vor der Unterkunft von weiteren Plänen. So soll es etwa für Flüchtlingsfrauen gesondert einen Nachmittag geben mit dem Schwerpunkt sexuelle Aufklärung.

Für die Unterkunft in Huchenfeld werden Ehrenamtliche gesucht für Hausaufgabenbetreuung, Sprachförderung und Freizeitgestaltung. Interessierte können sich telefonisch unter (0 72 31) 39 34 94 melden.

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