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Kellner statt Betriebswirt: Der Spanier Wolfgang Schulz arbeitet im Tapas-Restaurant in der Jägerpassage. Foto: Ketterl
Kellner statt Betriebswirt: Der Spanier Wolfgang Schulz arbeitet im Tapas-Restaurant in der Jägerpassage. Foto: Ketterl
01.02.2017

Ein Spanier namens Schulz: Junger Kellner sucht Chancen in Deutschland

Pforzheim. Es passiert oft, dass ihn die Leute erstaunt anschauen. Blonde Haare, blaue Augen und dann noch der Name Wolfgang Schulz. Kein Mensch würde auf die Idee kommen, dass er hier einen waschechten Spanier vor sich hat. Das merkt man erst, wenn der 33-Jährige zu reden beginnt. Schulz arbeitet als Kellner im Tapas-Lokal „Don Perez“. Doch gelernt hat er etwas ganz anderes.

In Málaga studierte der junge Mann mit dem deutschen Vater Betriebswirtschaftslehre. „Aber es ist schwierig, in Spanien einen Job zu finden“, sagt Schulz. Im vergangenen Jahr lag die Jugendarbeitslosenquote bei über 44 Prozent, Schulz schätzt, dass es in seiner Heimat Andalusien sogar fast 50 Prozent sind. Zu viele junge Leute ohne Arbeit – egal, wie gut die Ausbildung auch ist. In dieser ländlichen und vom Tourismus geprägten Gegend winke im Sommer vielleicht ein Job in der Gastronomie. Doch in den Wintermonaten sieht es dann trübe aus.

Auch Schulz war im vergangenen Jahr mit dieser tristen Perspektive konfrontiert. Da hatte er zuvor bereits zwei Jahre in Lübeck in einem Hotel an der Rezeption und im Restaurant gearbeitet und gehofft, mit dieser Erfahrung und seinen Deutschkenntnissen vielleicht jetzt in Spanien durchstarten zu können. Doch weit gefehlt. Auch hier winkte wieder nur ein Job in den Sommermonaten. „Als Kellner kann ich auch in Deutschland arbeiten und da wenigstens mein Deutsch verbessern“, erklärt der 33-Jährige seinen Entschluss, Andalusien endgültig den Rücken zu kehren. Nun sucht er seine Chance in Deutschland.

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