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04.05.2008

Ein Verletzter nach Wohnungsbrand - Brandursache ungeklärt

Großeinsatz für alle Pforzheimer Rettungskräfte am Samstag kurz vor Mitternacht: Mehrere Anrufer meldeten einen Brand im Haus Dillsteiner Straße 9-11. Das weckte sofort Erinnerungen an die drei Großbrände Anfang April in Pforzheim, bei denen innerhalb von sechs Tagen Brandstifter die Bewohner von Häusern in Lebensgefahr gebracht haben. An der Dillsteiner Straße musste ein Mann mit Rauchvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert werden. Die Kriminalpolizei untersucht noch die Brandursache.

Bereits fünf Minuten nach dem ersten Alarm um 23:57 Uhr erreichte der ausrückende Löschzug der Pforzheimer Hauptfeuerwache die Einsatzstelle. Im dritten Obergeschoss eines viergeschossigen Wohngebäudes brannte eine Wohnung. Die Flammen hatten bereits die Fensterscheibe zur Straße zerstört und traten massiv aus. Die Feuerwehrmänner löschten von außen über die Drehleiter und vom Gebäudeinneren über den Wohnungszugang unter Atemschutz. Durch das schnelle Eingreifen konnte eine Ausbreitung des Brandes verhindert werden. Die Flammen waren um 0.15 Uhr erstickt.

Wegen der massiven Rauchentwicklung wurden die oberen Etagen des Wohngebäudes und das angrenzende Hotel evakuiert. Hausbewohner und die Hotelgäste konnten rund 45 Minuten nach Eintreffen der Feuerwehr wieder in ihre Unterkünfte zurückkehren. Die Nachlösch- und Sicherungsarbeiten dauerten aber noch bis 3:15 Uhr an.

Ein 23-Jahre alter Bewohner des Brandhauses erlitt Rauchgasvergiftungen und musste stationär im Krankenhaus aufgenommen werden. Den Schaden schätzt die Polizei auf 60.000 Euro. Zur Brandursache konnte die Polizei am Sonntag noch keine Auskunft geben. Die Kriminalpolizei hat aber die Ermittlungen aufgenommen.

Während der Brandbekämpfung erreichten mehrere Notrufe die Feuerwehrleitstelle. Die Anrufer meldeten starke Rauchentwicklung an verschiedenen Stellen in der Innenstadt. Dies führte zur Alarmierung weiterer Einsatzkräfte, die die entsprechenden Bereiche überprüften. Hierbei musste die Feuerwehr feststellen, dass die Notfrufe nur im Zusammenhang mit der massiven Rauchentwicklung des Brands an der Dillsteiner Straße standen.

Großaufgebot der Feuerwehr im Einsatz

Beim Brand im Einsatz waren die Berufsfeuerwehr und die Freiwillige Feuerwehr Dillweißenstein mit sieben Fahrzeugen und 22 Einsatzkräften, der Rettungsdienst mit zehn Mann und vier Fahrzeugen sowie acht Polizeibeamte. Bei der Suche nach weiteren Brandherden in der Innenstadt halfen Kräfte der Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen-Abteilungen Brötzingen-Weststadt und Eutingen.

Drei Großbrände, drei Brandstiftungen in sechs Tagen

Bei den drei Pforzheimer Großbränden innerhalb von sechs Tagen Anfang April war jeweils Brandstiftung die Ursache. Zunächst traf es an einem Freitagmorgen am 4. April die Disco „Flash“ auf der Wilferdinger Höhe. Die Polizei ging damals unter anderem von einem möglichen Racheakt oder einem Schutzgeld-Fall aus. Die Täter sind bislang noch nicht überführt.

Montagnacht, 7. April, kurz 3 brannte ein Wohnhaus an der Belfortstraße 6. Die Polizei konnte noch am Brandort einen dort nicht wohnhaften Mann mit schweren Brandverletztungen festnehmen, den sie für einen Brandstifter hält. Allerdings sucht sie noch nach weiteren Tätern, die Komplizen des inhaftierten Mannes sein sollen. In der Nacht auf Mittwoch, 9. April, brannte es in einem Wohnhaus an der Gymnasiumstraße. Auch hier hatte ein Brandstifter, der allerdings am Tag darauf von der Polizei ermittelt werden konnte und zumindest zeitweise im Haus gewohnt hat, Menschenleben in Gefahr gebracht. Elf Menschen wurden bei dem Brand an der Gymnasiumstraße verletzt.

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