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Der Jubilar Frank Hirschfeld beschäftigt sich gerne mit der Pforzheimer Stadt geschichte – hier am Rassler-Denkmal an der Poststraße.
Der Jubilar Frank Hirschfeld beschäftigt sich gerne mit der Pforzheimer Stadt geschichte – hier am Rassler-Denkmal an der Poststraße.
23.03.2016

Ein wenig Kunst zum Geburtstag: Der Pforzheimer Frank Hirschfeld wird 75 Jahre alt

Kunst und Kultur spielen in Frank Hirschfelds Leben eine große Rolle. Der ehemalige Obermeister der Löblichen Singergesellschaft von 1501 Pforzheim feiert am Mittwoch seinen 75. Geburtstag. Und wo könnte der Jubilar dies besser tun, als in einer Ausstellung? So hat er seine Gäste in die Pforzheimer Galerie eingeladen, wo Werke des Künstlers Hermann Ruf zu sehen sind. Die Gemälde zeigen Zerstörung und Wiederaufbau der Goldstadt.

Hirschfeld, der am 23. März 1941 in Stuttgart geboren wurde, ist selbst in Trümmern aufgewachsen. Er erlebte den Bombenangriff auf Dresden mit. Zurück in Stuttgart absolvierte er nach dem Abitur den Wehrdienst, bevor er das Studium der Geografie und Pädagogik in Tübingen begann. An der Pädagogischen Hochschule in Stuttgart schloss er das Lehramtsstudium in Kunstgeschichte, Mathematik und evangelischer Religion ab. Erste Lehrtätigkeiten führten ihn nach Ditzingen und Weissach. Dann lernte er 1967 seine Frau Renate in Pforzheim kennen. Hier kommt der Künstler Hermann Ruf erneut ins Spiel. Dessen Muse war nämlich eine Verwandte von Hirschfelds Mutter, zu der auch die Familie seiner Frau Verbindungen hatte.

Hirschfeld zog daraufhin nach Pforzheim und arbeitete 16 Jahre lang an der Südstadtschule, anschließend von 1984 bis 1994 an der Schanzschule. Zuletzt lehrte er an der Hartfeldschule in Enzberg. Themen wie Klassenteiler und Integration beschäftigten den Pädagogen von Beginn an. „Heute findet das alles im Schulalltag statt, was wir damals im Kleinen angestoßen haben.“ Er habe immer für Veränderung gekämpft. Heute engagiert er sich in zahlreichen Vereinen – ob für das Wartbergbad, die Belange der Bürger in der Nordstadt oder Konzepte zur Verschönerung der Innenstadt.

40 Jahre lang war Hirschfeld Vorstandsmitglied bei den Löblichen Singern, 25 Jahre davon als Obermeister. Dort etablierte er unter anderem Reisen nach Vicenza oder Tschenstochau – um die Partnerschaften zu leben. Auch der Erhalt des Technischen Museums liegt dem Jubilar am Herzen. So wünscht er sich zu seinem Ehrentag Spenden statt Geschenke.

Erklärtexte zu Straßennamen

Ideen für die Zukunft hat er auch schon. „Viele Straßennamen brauchen Zusatzschilder“, findet der Jubilar. Erst vor kurzem habe er selbst erfahren, dass die Römerstraße, in der er in Stuttgart aufwuchs, nicht etwa auf die Römer, sondern auf den Liberalen Friedrich von Römer zurückgeht. Was Hirschfeld umso mehr freut, da er von 1971 bis 1981 sowie von 1989 bis 1999 FDP-Vorsitzender war. „Die Leidensgeschichte eines FDP-Mitglieds reicht von Freud bis Leid“, fasst er diese Zeit zusammen.