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14.01.2016

Einbruch in Geschenkeladen hat Folgen

Ein nicht richtig geschlossenes Oberlichtfenster, eine Sommernacht im August vergangenen Jahres und vermutlich eine ordentliche Portion durch Alkohol und Drogen angefeuerten jugendlichen Leichtsinns haben zur Verurteilung zweier junger Männer wegen gemeinschaftlich verübten Einbruchdiebstahls geführt. Am Donnerstag wurde der Fall vor dem Jugendschöffengericht unter Vorsitz von Richterin Miriam Streicher verhandelt.

Am 16. August 2015 waren die beiden damals beide 20-Jährigen kurz vor fünf Uhr am Morgen in einen Geschenkartikelladen an der Eutinger Straße eingestiegen. Obwohl sie das Fenster bereits zuvor bemerkt hatten und sich bei einem der beiden zu Hause einen Plan zurecht gelegt, Handschuhe und Masken besorgt hatten, wurden sie schließlich wegen ihrer Lautstärke vom Nachbarn gehört. Der rief die Polizei und die beiden wurden auf frischer Tat ertappt. Eine Geldkassette, die Angaben des Ladenbesitzers zufolge zu diesem Zeitpunkt rund 200 Euro Wechselgeld enthielt, stand zum Abtransport bereit, in den Hosentaschen eines der Angeklagten fanden sich zwei Uhren und ein Schrank-Knauf mit eingefasstem Edelstein.

Die Uhren bezeichnete der Besitzer des Ladens als Werbegeschenke, der Stein im Knauf dürfte angesichts eines Schätzwerts von 50 bis 100 Euro ebenfalls nicht echt gewesen sein. Der Schaden für die beiden geständigen Verurteilten fällt da weit größer aus: Sebastian H. (Name geändert) wurde zu einer Jugendfreiheitsstrafe von sieben Monaten, ausgesetzt auf drei Jahre zur Bewährung inklusive zweijähriger Betreuung durch einen Bewährungshelfer, mindestens fünf Drogenberatungsstunden und mindestens vier Urintests verurteilt. Weit weniger glimpflich fiel das Urteil für Christian S. aus. Der nämlich ist längst kein Unbekannter mehr bei Polizei und Gericht, sein Bundeszentralregister weist mittlerweile acht Eintragungen auf, der Diebstahl geschah nur wenige Monate, nachdem er vorzeitig aus der Haft entlassen worden war und noch auf Bewährung war. Streicher zog deshalb die Strafen zu insgesamt drei Jahren und vier Monaten zusammen.