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25.09.2015

Einbruch ins Reuchlinhaus: Mutmaßlicher Banden-Chef spricht von Komplott

Pforzheim. Ist „Georgie“ (Name geändert) identisch mit dem Mann, der der Drahtzieher beim Einbruch ins Reuchlinhaus am 4. Februar 2012 war? Der jetzt auf der Anklagebank vor der Auswärtigen Großen Strafkammer des Landgerichts Karlsruhe unter dem Vorsitzenden Richter Andreas Heidrich sitzt?

Vieles deutet darauf hin, wie gestern der ermittelnde Kriminalbeamte darlegte. „Verpfiffen“ hat den 52 Jahre alten angeklagten Iren der Mann, der beim Einbruch ins Reuchlinhaus beteiligt war – aus Frust, weil der Angeklagte ihm kein Geld für das Fabergé-Ei geben wollte, sondern es als „Fälschung“ bezeichnet hatte. Und auch die Familie des Inhaftierten nicht unterstützte.

Dem Offenburger Ermittler – der für seine akribische „beispiellose Vorbereitung“, so der Vorsitzende Richter, ein hohes Lob bekam –, erzählte der Einbrecher außerdem, dass sich die „Rhino-Bande“ auf den Raub und Diebstahl von Nashorn-Hörnern spezialisiert habe. Aber auch andere lohnende Projekte wurden „mitgenommen“ – wie Schmuck und Fabergé-Ei aus dem Schmuckmuseum im Wert von rund 87 000 Euro. Der Angeklagte, als „Kopf“ der Bande, habe die Objekte ausgesucht und sie dem Einbrecher vorgeschlagen. Der entschied sich dann vor Ort. Die Beute wurde später in Straßburg dem Angeklagten übergeben.

Dieser wurde in allen überwachten Telefongesprächen „Georgie“ genannt. Aber ist Georgie tatsächlich der Angeklagte? Dieser spricht von einem Komplott.

Der Einbrecher ging übrigens der Polizei durch Zufall ins Netz: Er hatte am 20. Februar 2012 am Steuer seines Wagens auf der A 8 Richtung Österreich telefoniert. Weil das verboten ist, stoppte ihn eine Polizeistreife. Mittlerweile hatte die Polizei in Pforzheim DNA-Spuren auf einer Zigarettenkippe gefunden, die am Tatort weggeworfen worden war.

Sie deckten sich mit denen des Verhafteten. 2014 überwies der Angeklagte zweimal je 2500 Euro an die Ehefrau des verurteilten Einbrechers. Zu spät. Da hatte er schon „gesungen“.