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Aus Ungarn angereist: Marianna Nagy mit den von ihrem Mann gefertigten Vogelhäuschen.  Foto: Frommer
Aus Ungarn angereist: Marianna Nagy mit den von ihrem Mann gefertigten Vogelhäuschen. Foto: Frommer
15.11.2015

Eine Schule voller Entdeckungen: Martinsmarkt an der Goetheschule

Der Duft von Zimt und frisch gebrannten Mandeln liegt in der Luft. An anderen Ständen der Goetheschule wird frisches Brot gebacken, Apfelsaft gepresst oder Bratwurst gegrillt. In den Werkstätten entstehen Kränze aus allerlei Grün. Die jüngsten Martinsmarkt-Besucher bugsieren ihre Eltern zielstrebig, mit freudigem Hallo und großen Kinderaugen zum Schiffchenblasen oder in die Bastelstuben, wo unter sachkundiger Anleitung Scherenschnitte entstehen und bunte Bänder geflochten werden. Manche Großeltern verschnaufen bei Kaffee und Kuchen.

Mag sein, es ging nicht mehr ganz so eng zu wie vor zwei, drei Jahren, dennoch zeigte sich der zweitägige Martinsmarkt an der Goetheschule erneut als Publikumsmagnet. Das kerzengerade auf die Weihnachtszeit blickende Angebot an originellen Geschenkartikeln, feinem Zierrat, dampfenden Speisen, zirzensischen oder handwerklichen Aktivitäten lockte am Freitag und Samstag gerade junge Familien mit kleinen Kindern in die Freie Waldorfschule an der Schwarzwaldstraße 66.

Jahrzehntelange Tradition

Seit inzwischen mehr als 60 Jahren findet hier der beliebte Pforzheimer Martinsmarkt statt. Er wird bis heute von Schülern und Eltern in eigener Regie veranstaltet. Schulhöfe werden Mitte November zu Grill-Stationen oder Garküchen und Klassenzimmer zu Schnitzwerkstätten oder zu Bio-Shops für Bienenwachskerzen und Seifen. Alle Klassen der Goetheschule nehmen am Martinsmarkt Teil – und alle spenden danach traditionell die Hälfte ihrer Einnahmen.

Für ein ausgewogenes Verhältnis zwischen den Verkaufsständen von noch aktiven oder ehemaligen Waldorfschülern und -eltern und handverlesenen Fremdausstellern sorgte einmal mehr die vierköpfige „Martinsmarkt-Delegation“, der tatkräftige Mütter wie Conny Schick und Heidi Kolacek angehören. Sie beginnen schon in den Wochen vor dem Martinsmarkt damit, alles Notwendige zu organisieren. An den beiden Markttagen informieren sie Besucher zu den Möglichkeiten, die das Areal für Groß und Klein bereithält. „In diesem Jahr nehmen 40 Fremdaussteller teil“, so Heidi Kolacek. Elsässer Münsterkäse, originelle Nistkästen und Vogelhäuschen verrieten noch mehr: Einige Standbetreiber kamen aus Frankreich oder sogar aus Gödöllö in Ungarn in die Goldstadt. Ihre landestypischen Waren bereicherten das einheimische Martinsmarkt-Angebot, das 2015 von natürlicher Kosmetik und Bernsteinschmuck bis zu ausgefallenen Filzarbeiten, von Popcorn bis zu veganer Kürbissuppe reichte.