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„Klimahaus“ steht auf dem Nummernschild, das Baubürgermeister Alexander Uhlig (links) Dennis Bauer überreicht. Im Hintergrund das sanierte Haus in Brötzingen, die weiteren Geehrten sowie die Umwelt- und Denkmalschutzexperten.  Foto: Seibel
„Klimahaus“ steht auf dem Nummernschild, das Baubürgermeister Alexander Uhlig (links) Dennis Bauer überreicht. Im Hintergrund das sanierte Haus in Brötzingen, die weiteren Geehrten sowie die Umwelt- und Denkmalschutzexperten. Foto: Seibel
02.12.2015

Eine große Nummer im Klimaschutz

Pforzheim. Das vom Jugendstil geprägte Stadthaus mit den markanten Erkern, Sprossenfenstern und dem krönenden Giebel gegenüber dem Brötzinger Marktplatz war 1910 nach Plänen des Pforzheimer Architekten Josef Wüst für den Schreinermeister Karl Zimmermann errichtet worden. Nun ist das denkmalgeschützte Gebäude in der Westlichen Karl-Friedrich-Straße 277 eines der ersten „Klimahäuser“ im Stadtgebiet.

Erstmals vergibt Pforzheim ein solches Gütesiegel. Neben dem Eigentümer Dennis Bauer freuten sich beim Ortstermin am Mittwoch Bauherren über eine solche Auszeichnung.

„Hut ab, ganz großes Lob“, sagte Baubürgermeister Alexander Uhlig, der mit großer Rathaus-Entourage erschienen war. Uhlig schaut mit skeptischem Blick auf den aktuellen Klimagipfel in Paris, wo um Maßnahmen gegen die Erderwärmung gerungen werde, während man „in Peking ohne Atemschutzmaske überhaupt nicht mehr das Haus verlassen kann“. Hiesigen Kommunen bleibe nur, „mit kleinen, feinen, beispielgebenden Projekten“ voranzugehen.

Gerade im Gebäudebestand werde viel Energie vergeudet. Wer dort etwas für den Klimaschutz unternehme, soll dies nun auch nach außen kundtun können. Das große Nummernschild für solch ein „Klimahaus Baden-Württemberg“ gleiche einem „Fleißkärtchen in der Schule“. Und dies haben sich die prämierten Eigentümer redlich verdient.

Als Bestätigung seiner Arbeit und des energetischen Bauens wertet auch der Architekt und Hauseigentümer Stefan Kagerhuber das Gütesiegel, das an seinem Anwesen an der Brötzinger Straße 3 in Büchenbronn prangen wird.

Als Tochtergesellschaft der Stadt müsse man eine Vorbildfunktion einnehmen, betonte Dimitri Kostenko, der mit Oliver Lamprecht für die Stadtbau gleich mehrere solcher Gütesiegel für Neubauten in Empfang nahm: für die Lion-Feuchtwanger-Allee 100-106 im Tiergarten, für die Jörg-Ratgeb-Straße 39 und für die Holzgartenstraße 42.

Wer sich um das Siegel „Klimahaus Baden-Württemberg“ bewerben will, kann dies kostenlos bei der Stadt tun. Sanierungen, die zumindest den Standard KfW-Effizienzhaus 115 oder Effizienzhaus Denkmal erreichen und Neubauten ab KfW 70 werden prämiert. Geprüft und beschieden werden die Anträge von der Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg. Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) ist Schirmherr dieses Projekts. Weitere Informationen zu den Teilnahmebedingungen und ein Antragsformular gibt es im Internet auf www.klimaschutz-pforzheim.de.

Mehr darüber lesen Sie am Donnerstag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news

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