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02.07.2009

Einer wollte Hape Kerkeling als Oberbürgermeister

PFORZHEIM. Traditionell offenbart die Stimmenauszählung der Oberbürgermeisterwahl in der Goldstadt auch einige unerwartete Ergebnisse: Bei der Stichwahl vom Sonntag hat neben Ex-Oberbürgermeister Joachim Becker, Baubürgermeister Alexander Uhlig und Ex-Kandidat Hans-Joachim Bruch auch Komiker Hape Kerkeling eine Stimme erhalten.

Da hat Stadtrat Hans-Joachim Bruch so viel auf eine erneute Kandidatur im zweiten OB-Wahlgang verzichten können, wie er nur wollte: An seiner Platzierung hat es nichts geändert. Wie im ersten Wahlgang ist der Kopf der Liste BürgerBeteiligungsHaushalt auf dem dritten Platz gelandet.

Allerdings erhielt er, der im ersten Wahlgang noch 2956 Stimmen gleich neun Prozent erhalten hatte, am vergangenen Sonntag nur noch sieben Stimmen, wie die Alexandra Lachenauer, zuständige Abteilungsleiterin der Stadtverwaltung, gestern bei der Bekanntgabe des amtlichen Endergebnisses vor dem Gemeindewahlausschuss verriet. Am Ausgang der Wahl änderte die Prüfung nur noch Minimales: Dem Wahlsieger Gert Hager wurden zwei weitere Stimmen zuerkannt, die zunächst ungültig gewertet worden waren. Somit stehen bei dem Sozialdemokraten nun 18 326 Stimmen für 60,2 Prozent bei einer Wahlbeteiligung von 36,4 Prozent, bei der unterlegenen Amtsinhaberin Christel Augenstein (FDP) nach wie vor 12.060 Stimmen für 39,6 Prozent.

Insgesamt 263 Stimmen sind ungültig, 38 entfallen auf die sonstigen. Nach Hans-Joachim Bruch liegt dort der frühere Oberbürgermeister Joachim Becker mit drei Stimmen auf Platz vier. Allerdings hätte er das Amt gar nicht mehr antreten können. Becker, Jahrgang 1942, hat das Alter von 65 Jahren überschritten, ab dem das Gesetz keine Kandidatur bei einer OB-Wahl mehr erlaubt.

Auf dem nächsten Platz folgen mit je zwei Stimmen der Pforzheimer Baubürgermeister Alexander Uhlig (CDU) und der Bürgermeister der Gemeinde Feldberg nahe des gleichnamigen Berges im Südschwarzwald, Stefan Wirbser. Damit ist Uhlig der erfolgreichste Christdemokrat: Halb so groß – nämlich eine Stimme – war die Wählerschaft des früheren Ersten Bürgermeisters Andreas Schütze, der beruflich nach Berlin wechselte. „Ich bin dann mal weg“, lautet schließlich und endlich auch ein Buch-Titel des prominentesten Sonstigen: Auch der Komiker und Entertainer Hape Kerkeling erhielt eine Stimme.

Im Anschluss an die Entscheidung des Gemeindewahlausschusses machte sich dessen Leiter, der Erste Bürgermeister Roger Heidt, auf den Weg zu Gert Hager. „Ich bin mal gespannt“, spaßte Heidt, „ob er die Wahl annimmt“.