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Nur vier von einst 14 geplanten Stadtvillen wurden an der Postwiesenstraße/Rembrandstraße errichtet. Auf dem noch unbebauten Wiesengrundstück soll nun ein Einkaufsmarkt entstehen. Foto: Seibel
Nur vier von einst 14 geplanten Stadtvillen wurden an der Postwiesenstraße/Rembrandstraße errichtet. Auf dem noch unbebauten Wiesengrundstück soll nun ein Einkaufsmarkt entstehen. Foto: Seibel
23.02.2012

Einkaufsmarkt soll auf dem Rodrücken entstehen

Pforzheim. Man kan im doppelten Sinn davon sprechen, dass auf dem Rodrücken, genauer: an der Postwiesenstraße, eine Lücke geschlossen werden soll – eine Baulücke und eine Lücke in der Nahversorgung. Denn die Zahl der Bewohner nimmt durch das Ausweisen neuer Baugebiete stetig zu. Doch Einkaufsmöglichkeiten gibt es hier (noch) keine.

Daher ist die „Ansiedlung eines großflächigen Lebensmittelvollsortiments mit rund 1400 Quadratmetern Verkaufsfläche und geordnete Arrondierung der Wohnbebauung an der Postwiesenstraße“ das Ziel einer Beschlussvorlage aus dem Rathaus, mit der sich die Mitglieder des Planungs- und Umweltausschusses am Mittwoch kommender Woche und der Gemeinderat am 20. März befassen werden.

Das Grundstück südlich der Postwiesenstraße, einst für einen Neubau des Hilda-Gymnasiums mit Sporthalle reserviert, war Ende der 1980er-Jahre in die Diskussion gekommen, als die Schulpläne fallengelassen wurden und an deren Stelle ein Neubau der Landeszentralbank in Verbindung mit gehobenem Wohnen vorgesehen war. Von Seiten des Bürgervereins Bohrain/Rodrücken wurde damals gegen das Projekt Sturm gelaufen, weil eine Beeinträchtigung durch eine starke Zunahme des Verkehrs befürchtet wurde. Als die Bundesbank von dieser Neubau-Absicht abrückte und später eine solche auch auf dem Bohnenberger Schlössle verwarf, brachte die Stadtverwaltung „verdichtetes Bauen“ nach einen Entwurf des Schweizer Büros „atelier 5“ (Bern) ins Gespräch.

Bis zu 350 Wohnungen waren vorgesehen, was erneut die Anlieger und den Bürgerverein erzürnt, die Sturm gegen diese Planung liefen. Mit Erfolg.

Doch die vorgesehene Bebauung des Grundstücks sorgte weiter für Diskussionsstoff, als die Gesellschaften Bau und Grund“ und Familienheim ein Modell präsentierten, das zwar keine „Stadt in der Stadt“ vorsah, aber immer noch von über 200 Wohnungen „in nicht mehr so stark verdichteter Bauweise“ ausging.

Auch diese Pläne verschwanden wieder in den Schubladen. Nun wurde „Luxuriöses Wohnen im Rod“ vorgesehen. „Stadtvillen statt Legebatterie“ titelte die PZ. Verwirklicht wurden nur vier Gebäude mit 20 Eigentumswohnungen durch die Architekturbüros Peter W. Schmidt (Pforzheim), Rutschmann und Partner (Stuttgart) sowie Sahne (Stuttgart).

Wurde vor zehn Jahren davon ausgegangen, dass weitere zehn Stadtvillen die Lücke nach Osten nach und nach schließen werden, so zeigte sich bald, dass die Nachfrage bei einem Quadratmeterpreis von damals umgerechnet 2500 Euro nicht vorhanden war. Seither liegt das Wiesenareal brach.

Dieses befindet sich im bestehenden Bebauungsplan „Postweisenstraße II“, der seit 1998 ein „allgemeines Wohngebiet“ ausweist. Für einen Einkaufsmarkt müsste hier ein „Sondergebiet“ festgesetzt werden. Dies soll nun in einem beschleunigten Verfahren erreicht werden.

Von der Stadtverwaltung wird darauf verwiesen, dass dadurch die frühzeitige Unterrichtung und der Erörterung der Planung mit den Behörden, den Trägern der öffentlichen Belange und der Öffentlichkeit eigentlich abgesehen werden könnte. Doch soll in diesem Fall eine solche Beteiligung dennoch stattfinden, um die Anregungen und Einsprüche gegebenenfalls frühzeitig berücksichtigen zu können. Bereits vorab wurde ein Lärmschutzgutachten erstellt. Dieses weist aus, „dass der geplante Lebensmittelvollsortimentmarkt mit den entsprechenden Schallschutzmaßnahmen verträglich in die Umgebung integriert werden kann“.

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