nach oben
Im Januar wurde das Bad gründlich geprüft: Chemiker Ralf Willenborg (links) untersucht einen Lüftungsschacht.
Im Januar wurde das Bad gründlich geprüft: Chemiker Ralf Willenborg (links) untersucht einen Lüftungsschacht. © Ketterl
28.07.2015

Einstimmig beschlossen: Huchenfelder Bad wird saniert

Als Lienhard Schulte-Noelle vom Projektbüro Consrata (Bielefeld) und Markus Hofmann von Weber Ingenieure mit ihren Ausführungen zu Ende sind, ist erst mal Ruhe im Foyer des Mittleren Saals des Pforzheimer CongressCentrums (CCP). Hier tagt der Gemeinderat – und seine Mitglieder sind platt. Es fallen Ausdrücke wie „niederschmetternd“, „gravierende Versäumnisse“, „Versagen“. Die Ingenieure haben hinter die Kulissen des Huchenfelder Stadtteilbads geblickt.

Sie haben Fotos gemacht, Proben entnommen und Schlüsse gezogen. Resultat: Der Zustand ist schlimm, aber nicht hoffnungslos – ein Neubau an gleicher Stelle wäre betriebswirtschaftlich sinnvoller als eine Sanierung. Ein solcher Bau würde jedoch nicht schneller als drei Jahre nach einer Grundsatzentscheidung des Gemeinderats zu realisieren sein. Aber: Die Betriebssicherheit sei gegeben, man müsse etwas Geld hineinstecken, auf Bespaßung verzichten, um das Notwendige zu garantieren – dann halte das Bad bis 2018.

Einstimmig schließt sich der Gemeinderat einem modifizierten Antrag von Andreas Herkommer (CDU) an. Kämmerer Konrad Weber hat schnell reagiert und OB Gert Hager signalisiert, dass er einen wasserdichten Abstimmungsvorschlag erarbeitet hat: Demnach ermächtigt der Gemeinderat den Oberbürgermeister, Planungen voranzutreiben, dass bis zu maximal eine Million Euro in die Hand genommen werden dürfen, um die Sanierung in Gang zu bringen. Es wird ein Nachtragswirtschaftsplan erstellt, und Deckungsvorschläge werden erarbeitet.

Informationsveranstaltung in der Huchenfelder Schule stößt auf großes Interesse:

Der Schock hatte tief gesessen im Dezember vergangenen Jahres: Brand in der Sauna des Schwimmbads im Höhenstadtteil. Zunächst: kein Zutritt wegen Gesundheitsgefährdung. Dann erste Untersuchungen, Mutmaßungen über die Schadenshöhe. Eine erste Prognose über die mögliche Wiedereröffnung zu Schuljahresbeginn 2015, Diskussionen mit der Versicherung. Und immer die bange Frage: Wohin mit den Schülern, den Vereinen und den ganz normalen Badegästen? Zumal mit der gleichzeitigen Hiobsbotschaft des maroden Zustands im Emma-Jaeger-Bad so etwas wie der schlimmste aller denkbaren Fälle eintrat.
Der nächste Schock gestern – erst im Gemeinderat, dann bei der Bürgerinfo in der Huchenfelder Schule: Die Ingenieure zählen auf – dokumentieren Absprengungen des Betons durch Korrosion, Löcher, Risse, verrostete Armierungen, abgeplatzte Kacheln, Überschreitung von Grenzwerten, frei liegende Armierungen. Die Bürger sind so entsetzt wie vorher die Stadträte und Ortsvorsteherin Sabine Wagner. Doch bis die Veranstaltung beginnt, hat sich herumgesprochen, dass „ihr“ Bad mit bis zu einer Million Euro so ertüchtigt wird, dass es drei Jahre hält. Man hat also Zeit gewonnen für eine Grundsatzentscheidung – wie auch immer sie ausfallen wird.
Als der Erste Bürgermeister Roger Heidt dies den rund 100 Huchenfeldern in der Aula der Schule gleich zu Beginn der Veranstaltung mitteilt, weicht Erleichterung der bangen Frage, wie es weitergehen soll. Doch wann das der Fall sein wird, steht noch in den Sternen.

Leserkommentare (0)