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Die Fußgängerzone von Pforzheim soll nach Meinung einiger Pforzheimer belebt werden.
Die Fußgängerzone von Pforzheim soll nach Meinung einiger Pforzheimer belebt werden.
19.11.2008

Einzelhändler fordern noch mehr Aktionen zur City-Aufwertung

„Es ist eine Unglaublichkeit, die Geschäftsleute so zu strangulieren. Die Lage ist ohnehin schwierig, da brauchen wir keine neuen Verordnungen.“ Otto Gastiger, Seniorchef des Reformhauses Eden in der Pforzheimer Fußgängerzone findet wenig Lob für die neuen Richtlinien der Stadtverwaltung, mit denen die Fußgängerzone „aufgeräumt“ werden soll. Andere Ladenbesitzer sehen darin aber einen positiven Ansatz.

Reinhard Jung vom Modehaus Jung zum Beispiel hat selbst keine Werbeständer vor seinem Geschäft stehen. Für ihn macht es Sinn, der Flut an Waren- und Werbeständern Einhalt zu gebieten. Allerdings könne das nur der Anfang sein. Optisch verliere das innerstädtische Shopping-Ambiente zum Beispiel dadurch, dass viele Geschäfte ihren Müll oder ihr Altpapier viele Stunden vor dem Abholtermin in die Fußgängerzone stellen würden. Kein schönes Bild für einen gewünschten Erlebniseinkauf.

Mehr Sauberkeit und weniger schmuddelige Ecken mit alten Plakaten auf den Häuserwänden wünscht sich auch Otto Gastiger. Ähnlich sieht es Werner Bernauer vom Kosmetikhaus Just. Er fordert „mehr Sauberkeit und mehr Sicherheit“, um den Shoppingbummel in der Fußgängerzone attraktiv zu machen. Zur Sicherheit, so Otto Gastiger, könnte eine bessere Beleuchtung beitragen, die von den „alten Stalllaternen“ nicht gewährleistet werde.

Mit der Forderung nach besseren und günstigeren Parkmöglichkeiten legt Werner Bernauer den Finger auf eine alte Pforzheimer Wunde. Mit Reinhard Jung fordert er, den Wochenmarkt auf den Marktplatz zu verlegen. Für beide Einzelhändler ist klar: Mit einem Wochenmarkt im Stadtzentrum würde die Innenstadt enorm belebt.

Weniger Leben auf dem zum Busbahnhof mutierten Leopoldplatz wünscht sich dagegen Jens Paller, stellvertretender Filialleiter der Buchhandlung Thalia. Gelänge es, den dichten Busverkehr zu minimieren, könnte das Flanieren eine neue Qualität gewinnen. Das Stichwort Qualität greift Immobilienmakler Jürgen Blechschmidt auf: Er wünscht sich mehr Läden mit Luxusmarken in der Stadtmitte. Kaufkräftige Kunden müssten dann nicht mehr in umliegende Großstädte fahren. Hier sei das Stadtmarketing gefordert, ein Konzept mit diversen Beteiligten und Betroffenen zu entwickeln.

Ob so etwas funktionieren könnte? Für Jens Paller steht fest: Mit der Ablehnung der verkaufsoffenen Sonntage im kommenden Jahr sei eine große Chance für die Innenstadt vertan worden.