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Ein Schild verkündet die Schließung des Jugendtreffs in der Karl-Friedrich-Schule. Rektorin Claudia Becker (Mitte) sowie Axel Baumbusch und Alison Bussey vom Stadtjugendring bedauern dies sehr. Foto. Meyer
Ein Schild verkündet die Schließung des Jugendtreffs in der Karl-Friedrich-Schule. Rektorin Claudia Becker (Mitte) sowie Axel Baumbusch und Alison Bussey vom Stadtjugendring bedauern dies sehr. Foto. Meyer
12.12.2018

Einziger Eutinger Jugendtreff muss schließen

Pforzheim-Eutingen. Ein laminiertes Blatt Papier verkündet die schlechte Nachricht: „Ab heute hat Eutingen leider keinen Jugendtreff mehr.“ Am Mittwoch haben Axel Baumbusch von Jugendarbeit Stadtteile, sowie die Geschäftsführerin der SjR Betriebs GmbH, Alison Bussey, den Schlüssel zu einem Raum in der Karl-Friedrich-Schule endgültig abgegeben.

Sechs Jahre lang hatten sich dort an zwei Nachmittagen 30 bis 40 Jugendliche meist jüngeren Alters getroffen und bis 18 Uhr kreative oder sportliche Angebote wahrgenommen, 80 Prozent der Kinder mit Migrationshintergrund.

Doch nun braucht die Schule den Raum. Laut Rektorin Claudia Becker soll die Kooperation mit der Enzbergschule ausgebaut werden, wofür das Klassenzimmer, das wegen der beengten Verhältnisse für die Jugendlichen von Anfang an mehr ein Provisorium gewesen sei, komplett benötigt werde. Becker bedauert den Schritt, und auch Baumbusch macht der Schule keinen Vorwurf. „Wir fühlen uns nicht vor die Tür gesetzt“, betont er und sieht vielmehr die Stadt und Oberbürgermeister Peter Boch in der Pflicht. Denn die Jugend von Eutingen hat in Bezug auf einen Treff schon seit Jahren das Nachsehen.

War die Möglichkeit zum Greifen nahe, das ehemalige Hausmeistergebäude der Karl-Friedrich-Schule nutzen zu können, hatte sich diese Idee wieder zerschlagen. Denn die Räume werden nun von der Kindertagespflege (TapiR) belegt. Für Baumbusch keine gute Lösung. „Für neun Plätze hätte man sicher ein anderes Objekt finden können, vielleicht eine Wohnung“, sagt er. Denn bei Kleinkindern sei die Lärmbelastung deutlich niedriger als bei Jugendlichen. Aus diesem Grund hätte er den Hausmeister-Bungalow als ideal für einen Jugendtreff angesehen, weil es dort auch in den Abendstunden niemand störe. Auch für Claudia Becker wäre dies eine gute Lösung gewesen – „ohne die Betreuung von Kleinkindern und Jugendlichen gegeneinander ausspielen zu wollen“, sagt sie. Dass ein Treff gerade für ältere Teenager dringend nötig sei, zeige sich daran, dass sich die Jugendlichen nun im Laubengang der Schule träfen, mit allem, was dies nach sich ziehe.

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