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Die Jugend der Eisenbahnfreunde Pforzheim macht die Dampflok „Solingen“ betriebsfertig. Foto: Frommer
Die Jugend der Eisenbahnfreunde Pforzheim macht die Dampflok „Solingen“ betriebsfertig. Foto: Frommer
25.05.2017

Eisenbahnfreunde Pforzheim feiern mit Volldampf den Vatertag

Pforzheim. Schon vor 11 Uhr herrscht reger Betrieb: Radausflügler stellen ihre Bikes ab, eine Handvoll „Vatertägler“ mit Bollerwagen macht ebenfalls Pause. Nach und nach treffen Großeltern mit ihren Enkelkindern ein, manche versorgen sich mit Kaffee und Kuchen, andere entdecken Freunde im Biergarten. Andreas Richter, seit sechs Jahren Schriftführer der Eisenbahnfreunde Pforzheim, rechnet auch in diesem Jahr mit bis zu 2000 Besuchern des Weißensteiner Bahnhofsfests, das der rührige Verein zum 29. Mal im Ehrenamt auf die Beine stellt.

Aufgeweckter Modelleisenbahner-Nachwuchs: Ramon (12), Noah (11), Aaron (14), Marius (14) und Janik (13) umringen An-dreas Orso beim Anheizen der kleinen Dampflok „Solingen“. Aaron wird zum Heizer. Nur schwefelarme Anthrazitkohle kommt in die schmale Feuerbüchse des Dreikupplers. Die Tenderlok dampft, zischt und spuckt rostrotes Wasser aus. Raul (12) schnappt sich das Ölkännchen: „Geölt wird alles, was sich bewegt“, lenkt Andreas Orso den Tatendrang in geordnete Bahnen. Etwa nach einer halben Stunde ist die Lok abfahrtbereit: „Kuppeleisen! Wo sind die Kupplungen“, dirigiert Orso die jungen Helfer, in deren Reihen sich ganz selbstverständlich auch ein, zwei Mädchen für die Modellbahn der Spurweite 71/4 Zoll begeistern. Schließlich ist es so weit: Der Dampfzug beginnt die erste Vatertagsrunde auf dem Gleisoval, das den Biergarten vor dem Weißensteiner Bahnhof umgibt.

Den haben am Vorabend die 30 bis 40 aktiven Eisenbahnfreunde bestuhlt und während der Nacht bewacht. Jetzt gibt es hier frisch gezapftes Bier und andere Getränke, einen „rollenden Eissalon“ und auf die Grills werden erste Lagen Würste und Nackensteaks aufgelegt.

2016 wurden dem von den Mitgliedern im Bahnhof Weißenstein eingerichteten Eisenbahnmuseum alle städtischen Zuschüsse gestrichen. „Wir erheben dennoch weiterhin keinen Eintritt“, erläutert Richter, „sondern finanzieren uns aus Mitgliedsbeiträgen und den Veranstaltungen, die wir hier ausrichten: den Eisenbahntagen um Drei König, das Bahnhofsfest und den Büchermarkt ab dem ersten Sonntag im November“.