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Michael Marschner, hier mit Jannek (3), ist seit vier Jahren Stammgast bei den Eisenbahntagen .Foto: Frommer
06.01.2017

Eisenbahntage in Weißenstein: Besuchermagnet für Alt und Jung

Pforzheim. Mit dem Dreikönigstag wird der Bahnhof Weißenstein zum Dorado der Modellbahn-Begeisterten. Gut und gerne 2000 Besucher locken die beliebten Eisenbahntage alljährlich an. Noch bis einschließlich Sonntagabend halten die Eisenbahnfreunde Pforzheim die Türen des mit Modellbahnen verschiedenster Spurweiten gespickten Bahnhofsgebäudes für ihre Gäste offen.

Alt und Jung bekommen viel zu sehen. Der Star des Vereinsheims ist eine raumgreifende Spur-1-Bahn im Untergeschoss der ehemaligen Güterhalle mit Mehrzugbetrieb, dampfenden Schlepptenderloks, mit innen beleuchteten Personenwagen und sehr langen Güterzügen, Drehscheibe, Stellwerk, Lokschuppen und einer Bekohlungsanlage.

Bildergalerie: Besuchermagnet: Eisenbahntage im Weißensteiner Bahnhof

Sogar einen Schaffner gibt es bei den Weißensteiner Modelbautagen.  

Auf den zweiten Blick entdeckt man auch die auf der Anlage „versteckten“ Details – oder Highlights – etwa einen leise vor sich hin qualmenden Grill in einem liebevoll gestalteten Schrebergärtchen oder eine ganze Miniatur-Familie auf dem Balkon eines zweistöckigen Wohnhauses. Rollende Märklin-Raritäten gibt es auf der historischen Eisenbahn der Familie Schmidt zu sehen – und, bei Bedarf und nicht nur für Vereinsmitglieder, Rat vom „Lokomotiv-Doktor“ Jürgen Wiesenfarth (83). In einer Vitrine „schlummert“ beispielsweise eine seltene Blechbahn der Spurweite S, die SWR-Moderator Hagen von Ortloff (67) zur Verfügung gestellt hat.

Glänzende Kinderaugen bewundern die Spielbahnen. Marie (7) und Maximilian (9) haben sich rasch an den Trafos postiert. Die Loks und die offenen Waggons, in die ein oder mehrere Goldhamster passen könnten, hätte man gerade welche zur Hand, faszinieren die aufgeweckten Dreikäsehochs ungemein. Ein ganz anderes „Glanzstück“ ist einem Mitglied der Jugendgruppe der Eisenbahnfreunde – Katja Rentschler (16) – gelungen. Sie hat für die dreitägige Veranstaltung einen ganzen Zug gebacken. „Schoko-Kohldampf-Kuchen“ nennt sie ihre Kreation lächelnd. Eigens zu den Eisenbahntagen trägt Hans Brüstle (38) eine historische Schaffner-Uniform „DKO 58“ zum Vollbart, welche er mit „Deutsche Kleiderordnung 1958“ zu erklären weiß. Im beruflichen Alltag ist Brüstle Konstruktionsmechaniker, den Schaffner gibt er im Bahnhof Weißenstein bereits im vierten Jahr.

Der Verein ist für neue Mitglieder immer offen, betont Andreas Richter (53), der umtriebige Schriftführer der Eisenbahnfreunde Pforzheim, der während der dreitägigen Veranstaltung ehrenamtlich an der Tombola aktiv ist. Er sagt: „Spaß am handwerklichen Arbeiten“ sei die einzige Voraussetzung, die Interessierte, gleich welchen Alters, mitbringen sollten.