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Faszinierte Blicke zieht die Ausstellung der Eisenbahnfreunde in Weißenstein auf sich. Foto: Läuter
Faszinierte Blicke zieht die Ausstellung der Eisenbahnfreunde in Weißenstein auf sich. Foto: Läuter
06.01.2016

Eisenbahntage locken Besucher in den Weißensteiner Bahnhof

Denkt man an Modelleisenbahnen, kommt einem unweigerlich ein Klischee in den Kopf: der im Keller einsam vor sich hin bastelnde Mann. Dass man weder alleine sein noch in einem Keller sitzen muss, wenn man ein Faible für Modelleisenbahnen hat, beweist immer wieder der Verein der Eisenbahnfreunde Pforzheim in Dillweißenstein. Am Mittwoch hat dieser erneut die Türen des historischen Bahnhofsgebäudes im Nagoldtal für die alljährlichen Eisenbahntage geöffnet. Und der Andrang ist gewohnt groß. Rund 800 Besucher haben am Dreikönigstag den Weg gefunden, darunter auch aber keineswegs nur ältere Herren, sondern auch viele Familien und Jugendliche.

Auf etwa 700 Quadratmetern gibt es auch allerhand zu sehen und zu erleben. Im Obergeschoss der Güterhalle gibt es einen Flohmarkt, gleich darunter ist der Modellbahnverein Remchingen mit einer Gastanlage vertreten. Vor der haben die Kleinsten Gelegenheit, mit großen Bahnen zu spielen und diese selbst fahren zu lassen. Lieber nicht anfassen sollte man hingegen die historische Tischbahn ein paar Meter weiter. Otto Seyfried, Vorstandsvorsitzender des Vereins, hatte die Idee, die originale Messe-Anlage, welche die Firma Märklin im Jahr 1939 in Leipzig ausgestellt hatte, mit Originalteilen nachzubauen. Denn das war die letzte Modellbahnanlage vor dem Zweiten Weltkrieg. Dafür wurde im Verein eigens ein Arbeitskreis gegründet, so Schriftführer Andreas Richter.

„Rocket“ und „Adler“

Um die historische Lokomotive „The Rocket“ des englischen Ingenieurs und Hauptbegründers des Eisenbahnwesens, George Stephenson, zu sehen, muss man nicht unbedingt ins Londoner Science Museum reisen. Richter hat diese gemeinsam mit der „Adler“, der ersten Bahn in Deutschland, auf einem historischen Modell ausgestellt, freilich ein paar Nummern kleiner als das Original.

Im Untergeschoss, das wie die Güterhalle noch nicht allzu lange umgebaut ist, steht die sich immer noch weiterentwickelnde Spur-1-Vereinsanlage im Mittelpunkt. Große Lokomotiven und Waggons mit Kohleladungen und Fahrgästen brausen dort über die Gleise und begeistern mit zahllosen in dieser Größe gut erkennbaren technischen Details.

Gleich daneben bastelt Reinhold Geib mit Engelsgeduld an der Gestaltung von Gebäuden und Bäumen. Letztere stellt er aufwendig und manchmal in monatelanger Arbeit aus Drahtgeflechten her. Anders als sein Kollege Wilfried Schröder, der im Obergeschoss bereits rund 2500 Bäume für die Landschaftsgestaltung der Anlage mit dem Weißensteiner Bahnhof aus den 1920er-Jahren hergestellt hat.

Ähnlich wie eine Flaschenbürste stellt er seine Bäume aus Draht und Kokosfasern her, die mit einem Akkuschrauber verdreht und anschließend gefärbt werden.

Die Gelegenheit zum Besuch gibt es dazu noch einmal am kommenden Samstag und Sonntag, jeweils zwischen 10 und 18 Uhr im historischen Bahnhof an der Belremstraße 70, Dillweißenstein.