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Eisglatte Straßen und verstärkte Gefahr durch Wildwechsel im Enzkreis.
Eisglatte Straßen und verstärkte Gefahr durch Wildwechsel © dpa
01.12.2010

Eisglatte Straßen und verstärkte Gefahr durch Wildwechsel

PFORZHEIM. Eisglatte Straßen und verstärkte Gefahr durch Wildwechsel: Die Polizei warnt Autofahrer, jetzt besonders vorsichtig zu sein. Allein am Mittwoch hat es vier Wildunfälle in Pforzheim und der Region gegeben. „Besonders auf Waldstrecken ist das Unfallrisiko derzeit hoch, weil wegen der fehlenden Baumblätter eine größere Schallübertragung der Straßengeräusche im vereisten Wald stattfindet, die das Wild aufscheucht“, sagt Polizeisprecher Frank Otruba auf Anfrage der PZ.

Der schlimmste Unfall mit einem Auto-Überschlag und einer 19-jährigen Leichtverletzten, die Glück im Unglück hatte, ereignete sich am Mittwochmorgen gegen 2 Uhr. Als die junge Frau auf der Wurmberger Straße mit ihrem Wagen in Richtung Wurmberg fuhr, geriet sie nach plötzlichem Wildwechsel links von der Fahrbahn ab und überschlug sich mit ihrem Wagen. Das Auto hatte laut Polizei neue Winterreifen. Es entstand Sachschaden in Höhe von 8 000 Euro. Die Feuerwehr Pforzheim war mit zwei Fahrzeugen und acht Mann vor Ort.

Ebenfalls zum Unfall kam es gegen 1 Uhr auf der A 8 in Höhe der Ausfahrt West. Ein Laster aus Italien fuhr auf der Autobahn in Richtung Karlsruhe, als er im Bereich des Beschleunigungsstreifens ins Schlingern geriet und mit der Hinterachse in der Leitplanke hängen blieb. Der Bergungsdienst musste die Leitplanke mit Hilfe eines Schweißbrenners demontieren, bevor der Sattelzug abgeschleppt werden konnte. Es gab keine Verletzten und auch Rückstau konnte während der Bergungsmaßnahmen verhindert werden. Die Bergungsarbeiten dauerten bis 5.30 Uhr an, da ein Teil der deformierten Leitplanke zur Bergung des Anhängers entfernt werden musste. Die Ladung des Lastwagen wurde nicht beschädigt. Es entstand ein Gesamtschaden von 13 000 Euro. Dieser Unfall hatte jedoch nichts mit einem Wildwechsel zu tun. Ansonsten hat es nach Polizeiangaben in der Nacht keine weiteren Unfälle im Bereich Pforzheim und Enzkreis gegeben.

„Wildwechsel-Unfälle mit Blechschäden hat es aber am Mittwoch zwischen 1745 und 22.45 Uhr insgesamt vier gegeben, am Tag zuvor drei“, so Otruba. Die Mittwochs-Unfälle ereigneten sich in Eisingen (17.45), in Illingen (18.55 Uhr), auf dem Würmer Sträßchen in Pforzheim (21.15 Uhr) und in Keltern (22.45 Uhr).

Otruba warnt vor verschiedenen Unfallschwerpunkten wie die strecke zwischen Stein und Spranntal Richtung Bretten, wo sich vor zwei Jahren wegen eines Wildschweins ein tödlicher Unfall ereignet hatte. Auf das Schwarzwild, das große Schäden hinterlasse, werde derzeit Jagd gemacht. Zu den weiteren Unfallschwerpunkten bei Wildwechel zählten die Landesstraßen zwischen Birkenfeld und dem Kreisverkehr Riegertswasen, zwischen Königsbach und Wössingen sowie zwischen Stein und Bauschlott.