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Mit Plakaten protestieren die Eltern vor dem Rathaus gegen die geplante Gebühren-Erhöhung, die aus ihrer Sicht vor allem die Mittelschicht belastet.  Foto: Ketterl
Mit Plakaten protestieren die Eltern vor dem Rathaus gegen die geplante Gebühren-Erhöhung, die aus ihrer Sicht vor allem die Mittelschicht belastet. Foto: Ketterl
21.12.2016

Eltern zeigen Flagge wegen erhöhter Kita-Gebühren

Pforzheim. „Haushaltskonsolidierung nicht auf Kosten der Kinder“ steht auf Plakaten geschrieben: Mit Pfiffen, Trillerpfeifen und Sprechchören haben zahlreiche Eltern gegen die Pläne der Stadt demonstriert, die Kita-Beiträge zum 1. Januar um 15 Prozent zu erhöhen und auch das Mittagessen zu verteuern.

„Wir haben als Familien in der Weihnachtszeit etwas ganz anderes zu tun als hier zu stehen. Aber jetzt geht es darum zu kämpfen, für manche Familien ums Überleben oder das Geld für Weihnachtsgeschenke im nächsten Jahr“, sagte Jasmin Schäfer unter Beifall. Die Elternbeiratsvorsitzende der katholischen Kita St. Hedwig hatte zuvor mit weiteren Elternvertretern ein Gespräch mit Bürgermeisterin Monika Müller und Oberbürgermeister Gert Hager, um die aus ihrer Sicht unverhältnismäßige Erhöhung zu diskutieren.

„Jeder muss einen Beitrag zum Sparen leisten, aber nicht in der Höhe mit gleichzeitiger Erhöhung des Mittagessensentgelts“, sagte die Elternbeiratsvorsitzende vom Adolf-Haap-Haus, Kerstin Klepp. Bei der Stadt blieben dadurch 268 000 Euro hängen, das seien angesichts des Haushaltsdefizits Peanuts. Für Familien mit Kindern in Krippe und Kindergarten machten die Kita-Beiträge jedoch mitunter mehrere hundert Euro im Monat aus. „Wenn der Kita-Platz das Teilzeit-Gehalt auffrisst, lohnt es sich nicht mehr, zu arbeiten“, so Klepp. Den Elternvertretern stößt die soziale Ungerechtigkeit auf, die vor allem die Mittelschicht belaste.

Bürgermeisterin Monika Müller erklärte, die 15-prozentige Erhöhung sei nicht allein auf die Haushaltskonsolidierung zurückzuführen, sondern auch auf Empfehlung der Kirchen und Kommunalen Verbände. Diese sähen eine Erhöhung bis zu elf Prozent vor. Zuletzt waren die Beiträge um 5,6 Prozent erhöht worden. Doch auch nach Ansicht der Bürgermeisterin sollte sich an den Bemessungsgrenzen etwas ändern. Zudem sei für das kommende Jahr verabredet, alle Elternbeiräte der Kitas gemeinsam zu einem Gespräch einzuladen.

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