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Vor der Südstadtschule (Foto) und der Schanzschule haben gestern Mitarbeiter der Polizeibehörde – also des Ordnungsamts – ein Auge auf Elterntaxis geworfen. Foto: Meyer
Vor der Südstadtschule (Foto) und der Schanzschule haben gestern Mitarbeiter der Polizeibehörde – also des Ordnungsamts – ein Auge auf Elterntaxis geworfen. Foto: Meyer
17.09.2018

Elterntaxis werden zur Gefahr - Polizeibehörde an Pforzheimer Schulen im Einsatz

Pforzheim. Es ist gar nicht so einfach, in die Schule zu kommen. Vor den Toren herrscht oft Stau: Es sind Autos der Eltern, die ihren Nachwuchs kutschieren. Das muss aufhören, fordern Verbände. Denn die steigende Zahl der Mama- und Papa-Chauffeure hat die Unfallzahlen vor Schulen wachsen lassen.

Warum nimmt die Zahl der Elterntaxis immer mehr zu?

Bundesweit wird jedes fünfte Kind mittlerweile zur Schule chauffiert. Oft herrsche laut Claudia Neumann vom Kinderhilfswerk bei Eltern eine Mischung aus Sorge vor Verkehrsunfällen, Übergriffen auf ihre Kinder und auch Bequemlichkeit vor. Zudem ist die Anzahl der Autos pro Familie gewachsen – vorbei die Zeiten, als Vater morgens ins einzige Fahrzeug stieg, zur Arbeit fuhr und abends zurückkam. Mit der Verfügbarkeit steigt auch die Gelegenheit. Außerdem: Gerade in den Ortsteilen wuchsen die Neubauviertel, in denen sich Familien niederließen – doch die Häuschen liegen fußläufig weit entfernt von der Schule. Beispiel Büchenbronn: Wer will in Wohngebieten im Oberdorf (demnächst „Obere Lehen“) sein Kind über die immer stärker befahrene Pforzheimer-/Schömberger Straße zu Fuß in die Waldschule schicken?

Weshalb sind Kontrollen der Polizei und der Ordnungsämter vor Grundschulen nötig?

Weil die Elterntaxis vor Ort zur Gefahr werden. Hintergrund, so Wolfgang Raff, Leiter des städtischen Amts für öffentliche Ordnung, sei das landesweite Schulwegsicherungskonzept – das gibt es seit mindestens 15 Jahren. Nichts Neues also – neu ist die Intensität. In der Regel dauert die Aktion die ersten drei Wochen nach den Feiern. Nicht alle Eltern zeigen sich einsichtig. Raff: „Die Sensibilisierung der Eltern trifft sowohl auf Zuspruch, bei einigen auch auf Unverständnis.“

Die PZ dokumentierte jüngst den Einsatz vor der Nordstadtschule. Werden noch mehr Schulen aufgesucht?

Ja, laut Raff zeige man Präsenz an folgenden Schulen: Arlinger-, Insel-Schule, Südstadtschule, Weiherbergschule, Nordstadtschule, Schanzschule, Eutinger Karl-Friedrich-Schule. Weitere Schulen übernehme der Polizeivollzugsdienst. Kontrolliert wird das Einhalten von Geschwindigkeit – Tempo 30 – und Halteverboten. Mehr lesen Sie am Dienstag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.