nach oben
Die deutsche Dokumentation „Musik als Waffe“ des in Pforzheim geborenen, in Calw aufgewachsenen Filmemachers Tristan Chytroschek ist in New York mit dem renommierten US-Fernsehpreis International Emmy Award ausgezeichnet worden.
Die deutsche Dokumentation „Musik als Waffe“ des in Pforzheim geborenen, in Calw aufgewachsenen Filmemachers Tristan Chytroschek ist in New York mit dem renommierten US-Fernsehpreis International Emmy Award ausgezeichnet worden. © dpa/Recklies
20.11.2012

Emmy für Pforzheimer Regisseur Tristan Chytroschek

Die deutsche Dokumentation „Musik als Waffe“ von ZDF und Arte ist am Montagabend (Ortszeit) in New York mit einem International Emmy Award ausgezeichnet worden. Der in Pforzheim geborene Filmemacher Tristan Chytroschek gewann die begehrte Trophäe in der Kategorie Kunst. Sein Film zeigt, wie Musik im Krieg eingesetzt werden kann.

„Allein die Nominierung kommt einem Ritterschlag gleich“, hatte der in Heumaden und auf dem Wimberg aufgewachsene 44-Jährige vor der Preisverleihung erklärt. Für den roten Teppich in New York musste er sich noch einen Frack leihen. Den braucht er nicht, wenn er mal wieder in den Nordschwarzwald kommt. Hier besucht er seine Mutter, die Lehrerin an der Badstraßenschule in Calw war.

In Calw hatte Tristan Chytroschek 1988 das Abitur am Hermann Hesse-Gymnasium gemacht. Sein Maschinenbau-Studium an der Fachhochschule (FH) Esslingen hat erzwarmit einem Diplom abgeschlossen, doch sein Herz hing am Journalismus. 1995 begann er ein Journalismus-Masterstudium an der University of Westminster in London, danach sammelte er Berusferfahrung bei der BBC. Von 2004 an arbeitete Chytroschek zunächst als freier Autor und Regisseur für den WDR und dann bei der Kölner Fernsehproduktionsfirma a&o, mit der er Dokumentarfilme dreht. Nur Filme über seine Geburtsstadt Pforzheim und seine Heimatstadt Calw fehlen noch.

Sein Emmy-gekrönter Film „Musik als Waffe“ setzte sich gegen drei andere Beiträge aus Japan, Brasilien und Großbritannien durch. Der aufwendige ZDF-Film „Wettlauf zum Südpol“ ging in der Kategorie Dokumentation dagegen leer aus.

Dass Musik als Waffe und Folterinstrument tatsächlich funktioniert, haben die US-Amerikaner bewiesen, die mit Liedern aus der Kinderserie „Sesamstraße“ im US-Foltergefängnis in Guantámo Gefangene gequält haben. Mit Musik wurde in den Krieg marschiert, mit Kriegstänzen machten sich die Kämpfer heiß auf das Morden. Und jetzt wird mit Kinderliedern die Psyche von Menschen gebrochen. Dabei hören in der Regel Menschen privat Musik, um sich selbst emotionale Höhepunkte zu bescheren, um positive Gefühle zu wecken. Auch in der Heilkunde ist der Einsatz von Musik bei diversen Therapien hilfreich. Umso beklemmender ist die andere Seite der Musik, die Filmemacher Tristan Chytroschek in seinem Werk beschreibt.

Die International Emmy Awards sind ein Ableger der US-Emmys, des wichtigsten Fernsehpreises der Welt. Auch die für nichtamerikanische Produktionen vergebenen Auszeichnungen sind sehr begehrt, haben aber nicht annähernd den Glanz der in Los Angeles vergebenen US-Preise. Die SWR-Produktion „Die Sterntaler“ hat im Februar noch Chancen auf einen International Emmy, wenn die Preise für Kinder-Fernsehen verliehen werden.

Leserkommentare (0)