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Deutsche wie das Pforzheimer Ehepaar Kuppenheim wurden vom Nazi-Staat drangsaliert – die Nazi-Propaganda leugnet das heute. In Pforzheim und vielen anderen Städten bewahren Stolpersteine die Erinnerung an die NS-Gräuel.  Foto: Ketterl 

Empörung über Nazi-Hetze mit Hitler-Bild im Wahlkampf

Pforzheim. Parteiübergreifend ist in CDU und SPD die Empörung groß angesichts eines Nazi-Aufklebers, der in der Nacht zu Dienstag direkt über einem Plakat der SPD zur Europawahl nahe zweier CDU-Kommunalwahlplakate aufgebracht wurde. Die CDU-Kandidatinnen Angelika Wurster und Oana Krichbaum haben die PZ und nach eigenem Bekunden auch die SPD informiert.

Angelika Wurster lässt den Vorgang juristisch prüfen und will Anzeige gegen Unbekannt stellen. Unabhängig von Erfolgsaussichten könne man das nicht tatenlos hinnehmen. Der Aufkleber wurde womöglich angesichts des Jahrestags der Befreiung Deutschlands von der Nazi-Herrschaft am 8. Mai 1945 angebracht, vielleicht auch mit Blick auf die geplante „Rechten“-Demo am Samstag. Er zeigt Adolf Hitler und legt ihm die Aussage in den Mund, dass zu seiner Zeit keine Deutschen aus ihren Wohnungen vertrieben worden seien, um diese Fremden zu überlassen.

Er unterschlägt so etwa das Schicksal von Hunderttausenden Deutschen jüdischen Glaubens, denen die Nazis genau dies antaten. Hitler-Abbildungen erfüllen den Tatbestand der Volksverhetzung, eine Anzeige sei sinnvoll, sagte Polizeipressesprecher Frank Otruba. Der Aufkleber sei der einzige im Bereich des Polizeipräsidiums Karlsruhe bekanntgewordene dieser Art.