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Besuch aus Stuttgart: Staatssekretär Andre Baumann lässt sich mit Jörg Sutter (Energo) und Bürgermeisterin Sibylle Schüssler im Hohberg-Solarpark den Wind um die Nase wehen. Foto: Meyer
Besuch aus Stuttgart: Staatssekretär Andre Baumann lässt sich mit Jörg Sutter (Energo) und Bürgermeisterin Sibylle Schüssler im Hohberg-Solarpark den Wind um die Nase wehen. Foto: Meyer
18.09.2016

Energiewendetage führen Staatssekretär in den Hohberg-Solarpark

Pforzheim. Die Energiewendetage führen Staatssekretär Andre Baumann in den Hohberg-Solarpark. Die Photovoltaik versorgt jährlich 400 Haushalte mit Strom aus Sonnenenergie.

Der Staatssekretär hat ein gutes Gehör. Vielleicht auch nur ein gut geschultes. „Von Haus aus komme ich aus dem Bereich Naturschutz“, sagt Andre Baumann. Jetzt, wo der diplomierte Biologe aus dem Umweltministerium in Stuttgart und frühere NABU-Landesvorsitzende es gesagt hat, hören es in einem kurzen Moment der Stille alle: das Zirpen von Grillen. „Ein gutes Zeichen“, sagt Baumann, und alle nicken – darunter Bau- und Umweltdezernentin Sibylle Schüssler, Jörg Sutter, Geschäftsführer des Pforzheimer Unternehmens Energo GmbH, und der Niefern-Öschelbronner Ex-Bürgermeister Jürgen Kurz für den Regionalverband. Sie alle – und andere Interessierte mehr – stehen auf dem Solarpark in Pforzheims Norden. Bis 1974 diente dieser Abschnitt des Hohbergs als Mülldeponie, wurde umgestaltet und sorgt seither mit rund 5400 Solarmodulen als Photovoltaik-Stromanlage für eine Jahresleistung von 1,2 Megawatt – genug, um 400 Haushalte mit Strom zu versorgen. 20 Kleininvestoren besitzen die Hälfte der Anteile an der Anlage, die anderen 50 Prozent teilen sich zwei Groß-Investoren.

Die alte Deponie ist an diesem Samstagnachmittag einer der vielen Bestandteile des zehnten Energiewendetags in Baden-Württemberg.

„Für uns war das damals der Joker“, sagt Sutter über die im Dezember 2009 in Betrieb genomme Anlage. Der Standort sei günstig – ein Hochplateau (mit Blick auf das später entstandene Gewerbegebiet Hohenäcker), auf dem auch bei hohen Temperaturen immer ein Lüftchen wehe. Gut für die Module, die gekühlt würden und einen besseren Wirkungsgrad entfalteten.

„Wir brauchen die Solaroffensive“, sagt Staatssekretär Baumann – und das Land habe das Potenzial: „Baden und Württemberg sind doch von der Sonne verwöhnt“, münzt er einen Werbeslogan um, der üblicherweise für das Preisen des Rebensafts aus Deutschlands Südwesten vorbehalten ist. Baumann: „Photovoltaik passt zu uns.“ Diesbezügliche Zurückhaltung sei „rational nicht begründbar“.

Baumann bezeichnet die Energiewende als „größte gesellschaftspolitische Aufgabe“, nennt ihre Umsetzung „einen Marathon“ – allerdings samt natürlicher Ermüdungserscheinungen. „Ein Drittel des Wegs“ sieht er bei dieser Mammutaufgabe geschafft.

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