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Die Zusammenarbeit wird vertieft: die Professoren Guy Fournier, Mattias Weyer, Dekan der Fakultät für Technik, Rektor Ulrich Jautz, Ridha Ben Sheik, der Studiengangleiter des Master-Studiengangs „Innovation Management“, ENIT-Rektor Hatem Zenzri, Katharina Kilian-Yasin, Jörg Woidasky und Christian Klinke (von links). Hochschule
Die Zusammenarbeit wird vertieft: die Professoren Guy Fournier, Mattias Weyer, Dekan der Fakultät für Technik, Rektor Ulrich Jautz, Ridha Ben Sheik, der Studiengangleiter des Master-Studiengangs „Innovation Management“, ENIT-Rektor Hatem Zenzri, Katharina Kilian-Yasin, Jörg Woidasky und Christian Klinke (von links). Hochschule
29.10.2015

Enge Bande zwischen Pforzheim und Tunis

Pforzheim. Lehre und Forschung gemeinsam weiterzuentwickeln, ist das Ziel der Hochschule Pforzheim und der Ecole Nationale d’Ingénieurs de Tunis (ENIT), der größten Ingenieursfakultät in Tunesien. Der Direktor und der Forschungsdirektor der ENIT waren zu Gast an der Hochschule und informierten sich über die Umsetzung eines Elektromobilitätskonzepts im Nordschwarzwald.

Die Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg werde immer wichtiger, daher freue er sich über die seit Jahren intensive Kooperation zwischen Pforzheim und Tunis, betonte Rektor Ulrich Jautz beim Besuch von ENIT-Direktor Hatem Zenzri und Forschungsdirektor Ridha Ben Cheikh. Insbesondere die Zusammenarbeit bei den wirtschaftsingenieurwissenschaftlichen Studiengängen soll ausgebaut werden. Die Partner werden zunächst den existierenden Austausch erweitern und später ein Doppel-Diplom ins Leben rufen, bei dem die Studierenden sowohl den deutschen als auch den tunesischen Master-Abschluss erwerben können.

Nach dem Ausloten der akademischen Kooperationsmöglichkeiten besuchten Hatem Zenzri, Ridha Ben Cheikh und Guy Fournier von der Fakultät für Technik die Gemeinde Oberreichenbach – eine von fünf Gemeinden im Nordschwarzwald, in der ein innovatives Mobilitätskonzept umgesetzt wird. Empfangen wurden sie von Bürgermeister Karlheinz Kistner. Seit diesem Jahr sind dort rein batteriebetriebene „Bürger-Elektroautos“ im Einsatz. Die von ehrenamtlich engagierten Menschen gefahrenen Elektroautos lassen sich telefonisch bestellen und für eine Gebühr von ein bis drei Euro pro Fahrt innerhalb des Orts sowie in Nachbargemeinden nutzen. Die „Bürger-Elektroautos“ pendeln zudem als Gemeindebus regelmäßig im Ort und stehen im Rahmen von Carsharing für registrierte Nutzer sowie als Dienstfahrzeuge für Mitarbeiter der Gemeinden zur Verfügung. „Mit diesem Projekt verbessern wir die Mobilität im ländlichen Raum und erhöhen die Sensibilität für das Elektromobilität und Nachhaltigkeit“, betont Fournier, unter dessen Federführung Studierende das innovative Modell entwickelten. Das Projekt „Nordschwarzwald – Region elektromobiler Bürger“ startete im Jahr 2013, der Projektträger ist die Wirtschaftsförderung Nordschwarzwald GmbH (WFG). Die Hochschule Pforzheim begleitet das Projekt als Partner auf wissenschaftlicher Ebene.

Pläne mit Erdgas und Sonne

Die ENIT möchte das Modell nun auf ausgewählte ländliche Regionen in Tunesien übertragen. „Mit Projekten wie diesen können wir in einem Schwellenland wie Tunesien den Fehler anderer Industrienationen umgehen, die zunächst nur auf wirtschaftliches Wachstum setzen und dabei nicht auf ökologischen Schutz achten“, sagte Direktor Hatem Zenzri. Interessant ist in Tunesien zudem der Einsatz von Erdgas und Solarenergie, die beide günstig vorhanden sind. pm