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Enzkreis verstärkt Sozialarbeit: Hilfe schon für Grundschüler.
Enzkreis verstärkt Sozialarbeit: Hilfe schon für Grundschüler © Schutt
15.10.2010

Enzkreis verstärkt Sozialarbeit: Hilfe für Grundschüler

ENZKREIS. Seit zwei Jahren gibt der Enzkreis Zuschüsse für Sozialarbeiter an Schulen. Das Landratsamt steuert für die Stellen 40 Prozent bei, 60 Prozent übernehmen die Kommunen, wenn es der Hilfe eines Sozialpädagogen bedarf. Bisher waren Sozialarbeiter in Haupt- oder Realschulen gefragt. Jetzt häufen sich aber schon in der Grundschule die Probleme. Zum Beispiel in der Schiller-Schule in Mühlacker mit einem hohen Anteil ausländischer ABC-Schützen.

„Wir beobachten bei einigen Schülern die Tendenz zur Verwahrlosung“, sagt Rektorin Waltraud Schellenberger-Hagenbucher. Kinder haben über Tage hinweg schmutzige Kleider an. Eltern sind manchmal nicht erreichbar. Schüler werden in die Schule geschickt, obwohl sie krank sind. Oder der andere Fall: Eltern hätten ihre Kinder wegen Krankheit bis zu einem Monat abgemeldet, ohne ein ärztliches Attest vorzulegen“, so die Schulleiterin.

Die Schiller-Schule wird verstärkt gefördert. Der Jugendhilfeausschuss des Kreistags stimmte gestern dem Antrag zu, die Sozialarbeiterstelle aufzustocken, damit die Grundschüler wirkungsvoll betreut werden können. „Problematische Verhaltensweisen, die im Hauptschulalter verfestigt sind, lassen sich in den ersten vier Schuljahren noch beeinflussen“, hofft Jugendamtsleiter Wolfgang Schwaab. Außerdem wird die Schiller-Schule ab kommendem Schuljahr ganztägige Betreuung für die Grundschüler anbieten.

Mehr sozialpädagogische Unterstützung erhält auch die Dürrmenz-Schule in Mühlacker, die mit Ötisheim die neue Werkrealschule gebildet hat. Die Stunden der Sozialarbeiterin werden ebenfalls erhöht. Auch dort brauchen Schüler intensive Betreuung, erklärte die Schulleitung. „Immer häufiger berichten Schüler, dass sie daheim kein Mittagessen bekommen.“ Hefte und Schreibzeug seien „über lange Zeiträume unvollständig“. Die Zahl der Schulverweigerer sei in diesem Schuljahr „in erschreckendem Maß gestiegen“.

In Pforzheim ist Sozialarbeit im Grundschulbereich nichts Neues. Das Angebot besteht an der Karl-Friedrich-Schule in Eutingen, der Brötzinger Schule, der Weiherbergschule, der Südstadtschule, der Insel- und der Osterfeld-Grundschule. „Wir sind dabei, es auch an der Nordstadtschule einzurichten“, sagt der städtische Pressesprecher Michael Strohmayer. Die Schulsozialarbeiter leisteten in diesen Klassen zudem wichtige Unterstützung der Lehrer.