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Zum Abschied gab es Geschenke von Uwe Mei (von links) für Monika und Peter Boch. Das ganz rechts ist übrigens nicht der Geist von Epfendorf – der blieb wohl dort. Schade, irgendwie. Foto: Frei
28.07.2017

Epfendorf trennt sich nur ungern vom bisherigen Bürgermeister Peter Boch

Für die 3300-Seelen-Gemeinde Epfendorf (Kreis Rottweil) mit ihren vier Ortsteilen war es ein denkwürdiger Donnerstagabend. Nach sechs Jahren mussten die Bewohner vorzeitig Abschied von ihrem Bürgermeister Peter Boch (CDU) nehmen, der am 7. Mai gegen Amtsinhaber Gert Hager (SPD) zum neuen Oberbürgermeister von Pforzheim gewählt worden war.

Zum Abschied des beliebten Schultes waren an die 300 Epfendörfer und Gäste in die Gemeindehalle gekommen, in der über das Ortsoberhaupt ein Füllhorn vom Lobeshymnen geschüttet wurde.

Bildergalerie: Epfendorfer verabschieden Bürgermeister Peter Boch

Der stellvertretende Bürgermeister Uwe Mei erinnerte daran, dass es damals 2011 wie auch jetzt wieder sensationell gewesen sei, wie Peter Boch die Wahl gewonnen habe. Und dass seine Heimatgemeinde nun quasi zur OB-Kaderschmiede geworden sei, sorge bei ihm nicht nur für ein Gänsehautgefühl. Bei all den überregionalen Schlagzeilen bis hin zum Gratulationsanruf der Kanzlerin habe er, so Mei, keine Sorgen, gute Kandidaten zu finden. Denn: „Der wahre Wahlgewinner von Pforzheim ist Epfendorf.“

Drei Wünsche mit auf den Weg

Boch habe mit seinem Amtsantritt in der Gemeinde für frischen Wind und Aufbruchstimmung gesorgt, sagte dessen ehrenamtlicher Stellvertreter. Er habe viele Ideen und vor allem auch Mut gehabt. „Es war eine gewinnbringende Zusammenarbeit im Rathaus bis hin zum Regierungspräsidium,“ lobte Mei den Schultes. Für diesen sei Epfendorf zur Herzensache geworden. „Er hat durch seine unverbrauchte, frische Art viele von uns abgeholt und begeistert.“ Peter Boch sei ein „faszinierender Bürgermeister“ gewesen.

Dem gab er drei Wünsche mit: Das seit dem 1. Mai verschwundene Ortsschild, das in Pforzheim angebracht worden war, solle er ausfindig machen. Wenn es mit der Ansiedlung von Porsche in Pforzheim nicht klappe, solle er auf das von ihm initiierte Epfendorfer Gewerbegebiet „Schroten“ verweisen. Und Boch und seine Familie dürften den Kontakt zu seiner alten Wirkungsstätte nicht abbrechen. Dafür werden schon die örtlichen Vereine sorgen, die alle Gutscheine für Veranstaltungen noch in diesem Jahr überreichten.

Erster Landesbeamter Hermann Kopp würdigte unter anderem Bochs Engagement im Kreistag mit großer Einsatzfreude vom ersten Tag an. „Sie waren ein Kümmerer, ein Macher, ein Gutmensch“, betonte er.

Seine offene Art, das direkte Zukommen auf seine Mitarbeiter würdigte Sabine Wagner für die Verwaltungsangestellten. „Er war tagtäglich ein Motivator“, betonte sei. „Ja, wir können echt stolz auf solch einen Bürgermeister sein, fügte Uwe Mei hinzu. Und Peter Boch? Der äußerte sich „schlichtweg überwältigt“. Es sei für ihn stets eine Ehre gewesen, für die Gemeinde Epfendorf tätig zu sein. Wobei er einräumte, sicher manchmal auch ungeduldig gewesen zu sein. Nun freue er sich auf den Dienstantritt in Pforzheim, blicke aber stets auf „die tollen Menschen in Epfendorf“ zurück.

Leere Kassen, karge Kost

Am nächsten Dienstag, 1. August, wird der 37-jährige dreifache Familienvater sein neues Amt als Pforzheimer OB antreten. Zur offiziellen Einführung um 16 Uhr im Großen Saal des CongressCentrums wird es dann Selters geben. Zum Abschied von Epfendorf traf man sich vor dem offiziellen Teil zu einem Sektempfang. Auch zum späteren „Come together“ gab es nicht nur alkoholfreie Getränke, sondern auch Wein und Bier. In Pforzheim werden Boch und seine Frau Monika dagegen gleich mit dem konfrontiert, was sie in der Goldstadt erwartet: leere Kassen und karge Kost. Zu Brezeln wird Mineralwasser im Glas perlen.

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