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20.04.2012

Erfolgreicher Derivate-Vergleich der Stadt Mailand

Die norditalienische Metropole einigt sich mit der Deutschen Bank und JP Morgan. Das bringt ihr 455 Millionen Euro ein. Ihr Argument ähnelt dem Pforzheimer: Die Banken kassierten heimlich Gebühren.

Die Schlagzeile würden die Pforzheimer allzugerne über ihre eigene Stadt gelesen haben: JP Morgan und die Deutsche Bank bieten Swap-Auflösung an. Doch es ist die norditalienische Metropole Mailand, mit der sich diese Banken und dazu noch die Schweizer UBS im Derivate-Streit vergleichen, wie mehrere Online-Wirtschaftsportale berichten. Mailand werde diese Einigung rund 455 Millionen Euro einbringen, heißt es. Die Stadt hatte die Derivate im Jahr 2005 im Zusammenhang mit einer 1,7 Milliarden schweren Anleihe-Emission abgeschlossen. In der Auseinandersetzung warf sie den Banken vor, hierbei Gebühreneinnahmen von gut 100 Millionen Euro verschwiegen zu haben.

Letzteres trifft in geringerer Höhe auch auf die Stadt Pforzheim in ihrer gerichtlichen Auseinandersetzung gegen JP Morgan zu, bei der es insgesamt um 57 Millionen Euro geht. Mit der Deutschen Bank verhandelt die Stadt noch außergerichtlich über eine Einigung. Die Neigungen des Bankhauses dazu sind aber offenbar gering, bevor der Prozess Pforzheim gegen JP Morgan nicht abgeschlossen ist. Auch wenn Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann angekündigt hatte, vor seinem Ausscheiden 2012 alle entsprechenden Streitigkeiten beilegen zu wollen. Dem Vernehmen nach ist Pforzheim deutschlandweit der einzige noch offene Fall des Bankhauses.

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