nach oben
Steinmetz Thomas Schreiber bei der Arbeit. Foto: Ketterl
Steinmetz Thomas Schreiber bei der Arbeit. Foto: Ketterl
„Auf Händen getragen“ heißt sein ausgefallenes Grabmal. Foto: Grabmale Martin
„Auf Händen getragen“ heißt sein ausgefallenes Grabmal. Foto: Grabmale Martin
16.04.2019

Erhebende Pforzheimer Handwerkskunst bei Bundesgartenschau

Pforzheim. Wenn am Mittwoch in Heilbronn die Bundesgartenschau startet, werden nicht nur, wie berichtet, Landschaftsgärtner aus Pforzheim und dem Enzkreis unter den Ausstellern sein, die zeigen, was sie drauf und zu bieten haben. Auch ein Pforzheimer Steinmetzbetrieb führt vor Augen, welche Akzente zeitgemäße, anspruchsvolle Friedhofskultur setzen kann.

Die von Thomas Schreiber geführte Firma Eugen Martin mit Sitz nahe dem Hauptfriedhof an der Bernhardstraße präsentiert in Heilbronn ein mächtiges und zugleich filigranes Werk, das eine im Wortsinn erhebende Botschaft vermittelt.

„Auf Händen getragen bist du jetzt frei“, steht auf dem dezent bearbeiteten Maulbronner Sandstein, der auf schlanken Stützen aus Cortenstahl ruht. „Grabmale Martin“ sei mit dieser Kreation von einer Jury ausgewählt worden, freut sich Thomas Schreiber, der den Entwurf gemeinsam mit einem Gestalter entwickelt hat, im PZ-Gespräch darüber, den Zuschlag erhalten zu haben. Natürlich werde er heute bei der Eröffnung in Heilbronn sein. Geplant sei zudem, an einzelnen Wochenenden vor Ort eine „lebende Werkstatt“ zu errichten, bei der Besucher dem Steinmetz über die Schulter schauen können.

Bei den sogenannten kleinen Landesgartenschauen in Mühlacker und Bad Herrenalb habe er mit solchen Präsentationen und dem direkten Austausch mit Besuchern gute Erfahrungen gesammelt, berichtet Schreiber, der seit 1986 Steinmetzmeister ist und den Betrieb in dritter Generation führt. In Fortbildungen und Workshops entwickle er sich und seine Arbeit stetig weiter: „Es geht darum, auch einmal etwas anderes, Ausgefallenes zu machen, gerade mit Blick auf die junge Generation.“ 1,30 auf einen Meter groß und 900 Kilogramm schwer ist der Stein, in den die je 15 Millimeter starken Stahlstreben eingelassen sind. Diese hat Schreiber auf eine Platte geschweißt, die Halt gibt, aber am Ende nicht mehr zu sehen sein wird, weil darauf später 30 Zentimeter dick Erde ruht, die bepflanzt werden kann.

Die Bundesgartenschau direkt am Neckar in Heilbronn läuft von heute an bis zum 6. Oktober.