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Die im Bild zu sehenden Fichten stehen zwar im Koblenzer Wald, doch veranschaulichen sie die Schäden des trockenen Jahres 2018.
Die im Bild zu sehenden Fichten stehen zwar im Koblenzer Wald, doch veranschaulichen sie die Schäden des trockenen Jahres 2018. © dpa
21.04.2019

Erhebliche Waldschäden nach dem extremen Trockenjahr 2018 in Pforzheim

Pforzheim. Wie die Stadt Pforzheim am Dienstag bekannt gab, hätten die viel zu geringen Niederschläge und überdurchschnittlich hohen Temperaturen im vergangenen Jahr 2018 in den Pforzheimer Wäldern erhebliche Schäden verursacht.

So seien die Nadelbaumarten Tanne und Fichte in der Region besonders betroffen. Bei den Laubbäumen werden die Schäden erst in den nächsten Wochen und Monaten sichtbar. Umweltdezernentin Sybille Schüssler zeigt sich besorgt: „Die Schäden sind bereits jetzt erheblich und ein deutliches Indiz dafür, dass sich der Klimawandel bei uns auswirkt.“

Infolge der geschilderten Problematik hätten sich auch die Borkenkäfer rasant vermehrt. Deshalb müssten befallende Bäume zeitnah gefällt und vermarktet werden, um das Schadensausmaß einigermaßen begrenzen zu können, so die Einschätzung der städtischen Forstverwaltung. Während normalerweise die Holzerntemaßnahmen bis Mitte/Ende April abgeschlossen seien, werde das aufgrund der problematischen Waldschutzsituation in diesem Jahr nicht überall möglich sein. Die Forstverwaltung bittet hierfür um Verständnis.

Schäden in Hagenschieß ausgeprägter als in Büchenbronn

„Zum Glück haben wir bei uns bereits überall naturnahe Mischwälder mit hohen Laubbaumanteilen (vor allem Buche, Eiche und Ahorn) aufgebaut, sodass aktuell keine größeren Kahlflächen zu erwarten sind“, so Markus Haller, Leiter des Amts für Umweltschutz und der Forstverwaltung. Dennoch bleiben deutliche Auflichtungen und Lücken in den Beständen in den Schadensschwerpunkten nicht aus. Besonders betroffen seien in Pforzheim derzeit der Bereich Hagenschieß und andere Waldgebiete in Höhenlagen von 300 bis 500 m über Normal Null. In den höheren Lagen um Büchenbronn und Hohenwart seien die Schäden bisher deutlich geringer ausgeprägt.

Die Schadholzmenge beläuft sich nach aktueller Einschätzung auf rund ein Drittel einer normalen Jahresnutzung. Die Forstverwaltung geht aber davon aus, dass im Laufe des Jahres weitere Schäden entstehen werden. Deshalb und aufgrund der problematischen Holzmarktlage wurden planmäßige Holznutzungen bis auf weiteres zurückgestellt. Das ganze Jahr über müssen jedoch befallene Käferbäume zeitnah eingeschlagen werden.

Wie und in welchem Ausmaß, der für den Baumbestand so schädliche Borkenkäfer in dieser Saison zuschlägt und welche Maßnahmen gegen die annähernd explosionsartige Vermehrung getan wird, lesen Sie hier:

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