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01.01.2010

Ermittler stufen Ehedrama als versuchten Totschlag ein

PFORZHEIM. Ein Ehestreit im Auto, der auf der A 8 bei Pforzheim in der Leitplanke endete, beschäftigt nun als versuchter Totschlag die Pforzheimer Staatsanwaltschaft. Der Streit war nach den bislang vorliegenden Erkenntnissen Anlass für den 35-jährigen Ehemann, in den ersten Stunden des neuen Jahres auf der Autobahn in Fahrtrichtung Karlsruhe seinen Mercedes bewusst gegen die Leitplanke zu steuern, um sich und seine Ehefrau zu töten.

„Es ist nur glücklichen Umständen zu verdanken, dass beide unverletzt blieben und auch sonst keine Verkehrsteilnehmer zu Schaden kamen“, heißt es in der gemeinsamen Pressemitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft.
Die beiden getrennt lebenden Eheleute aus Zweibrücken waren trotz der Trennung gemeinsam auf eine Sylvesterparty in einer Diskothek in Pforzheim gefahren. Nachdem sich ein Streit entwickelt hatte, verließen sie gegen 2 Uhr morgens am Neujahrstag die Diskothek, um nach Hause zu fahren. Im Auto schlug der Beschuldigte seine Frau mit der Hand ins Gesicht. Dadurch erlitt diese eine Prellung am linken Jochbein. Während der Fahrt auf der Autobahn in Richtung Karlsruhe setzte sich der Streit fort. Schließlich fragte der Beschuldigte seine Frau, ob sie sterben wolle und führte, noch ehe sie darauf antworten konnte, eine ruckartige Lenkbewegung in Richtung der Leitplanke aus. Der Mercedes prallte gegen die Betongleitwand, drehte sich und rutschte über mehr als 100 Meter an der Wand entlang, bis er zum Stehen kam.
Der Beschuldigte bestreitet, den Unfall bewusst herbeigeführt zu haben. Es habe gar keinen Streit gegeben. Die Staatsanwaltschaft geht aufgrund der Aussage der Ehefrau von einem versuchten Tötungsdelikt aus. Auf ihren Antrag hin erließ der Haftrichter am Neujahrstag Haftbefehl. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei dauern an.  pol