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Bei der juristischen Aufarbeitung des Derivate-Debakels um die ehemalige Stadtkämmerin Susanne Weishaar (links) und die ehemalige Oberbürgermeisterin Christel Augenstein ist noch keine Entscheidung in Sicht.
Bei der juristischen Aufarbeitung des Derivate-Debakels um die ehemalige Stadtkämmerin Susanne Weishaar (links) und die ehemalige Oberbürgermeisterin Christel Augenstein ist noch keine Entscheidung in Sicht. © PZ-Archiv
27.07.2010

Ermittlungen gegen Augenstein und Weishaar dauern an

PFORZHEIM. Die juristische Aufarbeitung des Derivate-Debakels dauert nun schon ein halbes Jahr – und noch ist kein Ende in Sicht. Bekanntlich ermittelt die Schwerpunkt-Staatsanwaltschaft für Wirtschaftsstrafsachen in Mannheim wegen des Verdachts der Untreue gegen Ex-Oberbürgermeisterin Christel Augenstein und die ehemalige Kämmerin Susanne Weishaar.

Die Dauer des Verfahrens ist nach den Worten von Pressestaatsanwalt Peter Lintz zwei Faktoren geschuldet: Ermittlungen gegen kommunalpolitische Entscheidungsträger in Sachen Derivate-Geschäfte sei juristisches Neuland. Und den schieren Umfang der Ermittlungen dokumentiert Lintz am Beispiel einer einzigen, im Rathaus sichergestellten Festplatte: Sie enthielt rund 212 000 Dokumente, 80 000 E-Mails, 1300 Präsentationen und 18 000 Exel-Tabellen.

Lintz bestreitet die – auch in Juristenkreisen geäußerte – Vermutung, die Mannheimer Behörde lasse sich deshalb Zeit, weil bisher die exakte Schadenshöhe noch nicht festgestanden habe. Es werden wohl über 58 Millionen Euro sein, mit denen sich die Stadt freikauft. Auch weist Lintz den Vorwurf zurück, die Staatsanwälte ermittelten mit angezogener Handbremse, weil sich der Untreue-Verdacht gegen eine (ehemalige) Politikerin richte.
Wann die Staatsanwaltschaft die Daten ausgewertet und entschieden haben wird, ob sie Anklage erhebt, bleibt offen. Lintz wagt keine zeitliche Prognose.

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