Pforzemer Mess Eichenprozessionsspinner Rückfall 01
Spezialisten in Schutzanzügen haben am Dienstagmorgen dafür gesorgt, dass die Gefahr durch die Eichenprozessionsspinner gebannt wird.
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Dirk Ludwig, Mitarbeiter der Technischen Dienste der Stadt, hat ebenfalls etwas abgekommen. Er zeigt die Hautreizungen an seinem Arm.
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Ein Schild an einem Bauzaun gibt am Dienstagmorgen Auskunft über die Gefahr durch die gefährlichen Raupen.

Erneut Eichenprozessionsspinner auf der Mess: 7 Personen mit Hautreizungen

Pforzheim. An einer Eiche im westlichen Zugangsbereich der Pforzemer Mess sind am Montagabend Raupen des Eichenprozessionsspinners entdeckt worden. Trotz sofort eingeleiteter Absperrmaßnahmen traten bei sieben Personen Hautreizungen auf.

In einer Pressemitteilung sprach die Feuerwehr Pforzheim von vier Betroffenen. Nach städtischer Angabe handelt es sich um sieben Personen. Drei seien selbst zum Arzt gegangen, vier hätten vor Ort behandelt werden müssen. Zwei davon wurden zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus gebracht. Zur Sicherheit wurde der betroffene Bereich am Dienstag weiträumig abgesperrt. Mit drei Händlern wurde bereits abgestimmt, Teile ihrer Verkaufsfläche zu verlagern. Bei dem betroffenen Baum handelt es sich um die selbe Eiche, die bereits am Sonntag von den gefährlichen Insekten befallen war. Die Verantwortlichen um Marktmeister Marc Pfrommer hatten umgehend Maßnahmen eingeleitet, das direkte Umfeld der Eiche wurde abgesperrt.

Verletzter Mitarbeiter und begeisterte Schausteller-Kinder

Ein Mitarbeiter der Technischen Dienste der Stadt Pforzheim hat am eigenen Leib erfahren, welche Wirkung die Eichenprozessionsspinner haben können: Er erlitt Hautreizungen an seinem Arm. 

Der Container, in dem sich die Schule für die Kinder der Schausteller befindet, befindet sich im abgesperrten Bereich. Der Unterricht wurde daher kurzerhand in die benachbarte Hauptfeuerwache verlegt, was für Begeisterung bei den Kindern sorgte.

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Erneut Eichenprozessionsspinner auf der Pforzemer Mess

Das wird nun gegen den Eichenprozessionsspinner getan

Am Dienstagmorgen wurde der Baum nach dem erneuten Auftauchen der Raupen mit einem speziellen Gerät abgeflammt. Außerdem ist Jens Hartmann, ein Spezialist der Technischen Dienste, den Tierchen mit einem stärkeren Insektizid zu Leibe gerückt. "Das ist Natur, damit muss man ein Stück weit leben", sagte er gegenüber der PZ. Mit ähnlichen Fällen müsse man in den kommenden Jahren auch immer wieder rechnen.

Zunächst sei man dem Spinner mit einem biologischen Mittel zu Leibe gerückt, das offenbar etwas zu schwach war. Mit einem stärkeren Gift gehe man zögerlicher um, denn man töte damit auch alle anderen Insekten, von denen aktuell einige vom Aussterben bedroht sind.

Ein weiterer Fall in Pforzheim

Auch bei der Hauptwache der Feuerwehr Pforzheim ist PZ-Informationen zufolge ein Baum von den Spinnern befallen. Der betroffene Bereich ist ebenfalls abgeriegelt.

Bereits mehrere Male Ärger in der Region

Auch an einer Brettener Schule hatten die Spinner bereits zwei Mal in diesem Jahr für Aufregung gesorgt. 30 Kinder wurden bei dem Raupen-Einsatz verletzt.

Darum ist der Eichenprozessionsspinner so gefährlich

Der Eichenprozessionsspinner (Thaumetopoea processionea) muss nicht überall bekämpft werden. Die Raupe frisst einem Experten zufolge zwar in den Kronen von Eichenbäumen und könne sie dadurch schwächen. Die Fraßschäden seien jedoch nicht unbedingt tödlich, denn die Eichen haben noch den Johannistrieb Ende Juni oder im Juli. Wenn jedoch danach weitere Insektenarten oder schlechte Witterungsbedingungen hinzukämen, könnten die Bäume ernsthaft geschädigt werden oder gar sterben.

Gefährlich für Menschen sind vor allem die Brennhaare, die sich festhaken und Gift enthalten. In Alleen und Parks sind die Brennhaare ein deutlich größeres Problem als der Raupenfraß an den Blättern, so der Experte weiter. In vielen Stadtgebieten oder gar Kindergärten werden daher die Nester entfernt. Dazu sind in der Regel Spezialfirmen nötig.

Daher hat der Spinner seinen Namen

Der Eichenprozessionsspinner ist ein unscheinbarer Nachtfalter mit einer Flügelspannweite von gerade einmal 25 bis 30 Millimetern. Seinen Namen erhielt der Schmetterling, weil seine Raupen nachts gemeinsam wie bei einer Prozession vom Nest in die Baumkrone krabbeln und dort fressen. Während die Raupen der für den Menschen ungefährlichen Gespinstmotten jedoch ganze Gehölze mit weißen Schleiern überziehen, bilden die der Eichenprozessionsspinner nur einzelne Nester.

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Nina Tschan

Nina Tschan

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