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Symbolbild dpa
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04.06.2019

Erst bedroht, dann gewürgt: Täter muss zehn Monate in Haft

Pforzheim. Erst musste sie ein paar heftige Schläge einstecken – dann warf der Mann seine Freundin aufs Bett, um sie am Hals zu würgen: Es war ein handfestes Beziehungsdrama, das am Abend des 18. April vergangenen Jahres eskalierte. Am Dienstag wurde der Mann vom Amtsgericht Pforzheim zu zehn Monaten Haft verurteilt.

Per SMS hatte er bereits im Vorfeld versucht, seine Freundin einzuschüchtern. Im Flur der Wohnung folgte ein sehr unfreundlicher Empfang, wobei der Angeklagte seine Partnerin in den Schwitzkasten nahm, während die kleine Tochter nebenan im Kinderbett lag. Exakt die Angst um ihren Nachwuchs hatte die Geschädigte nicht ohnmächtig werden lassen. Der Lärm, der durch ein heruntergeklapptes Fenster nach außen drang, alarmierte die Nachbarn. Diese riefen die Polizei.

Bei der Urteilsverkündung glänzte der Täter durch Abwesenheit. Richter Ingo Henze verkündete das Urteil: zehn Monate ohne Bewährung. Es habe sich bei dem Delikt um vorsätzliche Körperverletzung gehandelt, begründete er das Strafmaß.

Zuvor hatte die stellvertretende Staatsanwältin Lisa Magister auf ein Jahr Gefängnis ohne Bewährung plädiert. Danach versuchte Anwalt Mathias Bürckle, das Urteil auf fünf Monate auf Bewährung zu minimieren. Ob es sich bei dem Würgeangriff um eine lebensgefährliche Tätlichkeit handelte, konnte nicht mehr genau geklärt werden. Fest stand jedoch, dass der Täter an jenem Abend unter Alkoholeinfluss stand und auch sonst dem Hochprozentigen nicht ganz abgeneigt sei.

Interessant dabei ist der Aspekt, dass es sich um keinen Ersttäter handelt: Bereits 22 Delikte gehen auf das Kerbholz des Angeklagten, der sich schon einmal wegen schwerer Körperverletzung vor Gericht verantworten musste. Dass der junge Mann in der Nacht vom 18. April gegen die Bewährungsauflagen verstoßen hatte, kam bei der Urteilsfindung erschwerend hinzu.