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Erste Frau im Einsatzdienst bei der Berufsfeuerwehr Pforzheim: Ines Jeitner wird als spätere Zugführerin bis zu 20 Männer kommandieren.
Erste Frau im Einsatzdienst bei der Berufsfeuerwehr Pforzheim: Ines Jeitner wird als spätere Zugführerin bis zu 20 Männer kommandieren. © Ketterl
07.04.2011

Erste Frau im Einsatzdienst bei der Berufsfeuerwehr

PFORZHEIM. Unter ihren Spielzeug-Autos war nie ein Feuerwehr-Modell. Bald wird aber Ines Jeitner (29) als Einsatzleiterin ein fünf Meter langes und 204 PS starkes richtigen Feuerwehr-Fahrzeug bekommen, wobei nach ihrer Pfeife als Zugführerin dann bis zu 20 Männer nach tanzen werden. Das ist eine besondere Premiere, denn Ines Jeitner ist die erste Frau im Einsatzdienst bei der Berufsfeuerwehr Pforzheim.

„Wir haben Frauen bisher nur im vorbeugenden Brandschutz, in der Einsatzvorbereitung, in der Verwaltung und bei der freiwilligen Feuerwehr“, sagt Guido Lobermann, stellvertretender Feuerwehrkommandant. Unter 100 Bewerbern auf Stellen für den mittleren Dienst bei der Feuerwehr komme im Durchschnitt eine Frau.

„Einfach nur am geeignetsten“

„Eine Brandinspektoren-Anwärterin hatten wir noch nie, aber unter den 36 Bewerben – 34 Männern – war sie die geeignetste sagt er für die ausgeschriebene Stelle“, betont er. Da habe es keine Rolle gespielt, dass sie eine Frau sei. Den 3200 Meter-Lauf im Sporttest habe sie ebenso glänzend bewältigt wie das Besteigen der 30 Meter hohen Leiter. „Ich bin schwindelfrei. Das sagt auch mein Freund“, scherzt Ines Jeitner, die mit ihrem Partner in Neuenbürg wohnt.

Die in Vaihingen/Enz aufgewachsene ausgebildete Rettungsassistentin beim DRK Calw hat nach ihrem Abitur im Jahr 2000 bis zum Jahr 2007 im Rettungsdienst gearbeitet. Den weg in diesen Beruf hat sie über ein Praktikum beim Jugendrotkreuz in Vaihingen gefunden. In der Gefahrenabwehr und Notfallrettung arbeitete sie auch mit Feuerwehren zusammen. Danach studierte sie in Köln Rettungsingenieurwesen.