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Wo liegt die Herkunft Europas und welche Herausforderungen bringt die Zukunft: Darüber sprach der ehemalige baden-württembergische Ministerpräsident Erwin Teufel (Mitte) bei Pfarrer Jens Adam (links) in der evangelischen Bergkirche in Büchenbronn. Rechts Christian Person vom Förderverein der Kirchengemeinde. Foto: Falk
Wo liegt die Herkunft Europas und welche Herausforderungen bringt die Zukunft: Darüber sprach der ehemalige baden-württembergische Ministerpräsident Erwin Teufel (Mitte) bei Pfarrer Jens Adam (links) in der evangelischen Bergkirche in Büchenbronn. Rechts Christian Person vom Förderverein der Kirchengemeinde. Foto: Falk
20.09.2016

Erwin Teufel in Büchenbronn: „Europa hat sich bewährt“

Pforzheim-Büchenbronn. Erwin Teufel spricht in Büchenbronn über die Zukunft der Europäischen Union. Die Entwicklung des Kontinents ist für ihn eine einzige Erfolgsgeschichte.

Erwin Teufel brauchte am Montagabend nicht viel, um die rund 100 Zuhörer in seinen Bann zu ziehen. Ohne Notizen oder eine andere Gedankenstütze sprach der 77-jährige ehemalige baden-württembergische Ministerpräsident in der Bergkirche in Büchenbronn über die Herkunft und Zukunft Europas. Die Veranstaltung stand im Rahmen der Reihe „Klappe auf“ der evangelischen Kirchengemeinde in Büchenbronn. Als einen „profunden Kenner Europas“ führte Büchenbronns Pfarrer Jens Adam den Gastredner ein. Teufel reiste während seines Vortrages weit in die Geschichte zurück.

Beim Blick auf das heutige Europa ist der ehemalige baden-württembergische Ministerpräsident überzeugt: „Es hat sich bewährt.“ Die finanziellen Folgen der Aufnahme weiterer Staaten sieht er, verglichen mit den Kosten des Krieges, als minimal an: „Das war sozusagen eine Friedensdividende.“ Für die derzeitigen Zweifel vieler Menschen an der Europäischen Union, sieht Teufel drei Gründe. „Die Bürger halten die EU für ein zentralistisches Gebäude in Brüssel“, so der 77-Jährige. Die Menschen könnten die Entscheidungen auf Europa-Ebene, anders als Entscheidungen auf Gemeinde- oder Kreisebene, nicht beurteilen. Ein zweiter Grund sei der Euro: „Die Deutschen hingen an ihrer D-Mark“, so Teufel. Nicht zuletzt ist laut Teufel auch die Flüchtlingspolitik in Europa ein Grund für die Skepsis. Er plädiert für eine Sicherung von Europas Außengrenzen, „sonst brauchen wir uns nicht über Zäune einzelner Staaten wundern.“ Teufel sprach sich für mehr Armutsbekämpfung in den betroffenen Ländern aus: „Ein Asylrecht in Deutschland löst die Probleme vor Ort nicht.“ Trotzdem: Wer verfolgt werde und deutschen Boden erreiche, solle, solange diese Situation anhalte, in Deutschland Asyl finden.

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