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Das Haus der Jugend braucht eine Frischzellenkur: Die Bausubstanz ist marode und es fehlt an neuen Mitarbeitern.
Das Haus der Jugend braucht eine Frischzellenkur: Die Bausubstanz ist marode und es fehlt an neuen Mitarbeitern.
16.10.2015

Es fehlt am Nötigsten: Haus der Jugend in großer Not

In Zeiten wachsender Flüchtlingszahlen und junger unbegleiteter Migranten ist eine Einrichtung wie das in die Jahre gekommene Haus der Jugend im Benckiserpark unverzichtbar. Denn dort kümmern sich die Sozialarbeiter um bis zu 100 Kinder und Jugendliche täglich, viele haben Kriegserlebnisse und eine Flucht hinter sich.

Doch der Einrichtung fehlt es momentan in mehrerer Hinsicht am Nötigsten: Die dringend anstehende Entscheidung beispielsweise, ob ein Neubau oder eine Sanierung mit Erweiterungsbau realisiert werden soll steht immer noch aus. Das Büro plus+Bauplanung aus Neckartenzlingen hatte im Frühjahr in mehrere Workshops mit Jugendlichen Varianten erarbeitet. Zwei Modelle waren am Freitag beim Tag des offenen Rathauses zu sehen.

Außerdem fehlen der Einrichtung Mitarbeiter: Eineinhalb Stellen (über 50 Prozent des Personals) sind offen, wenn im Dezember neben der Hausleitung auch eine Mitarbeiterin die Einrichtung des Stadtjugendrings verlassen wird (die PZ berichtete). Die Suche nach Ersatz gestalte sich schwierig, sagt Geschäftsführer Hartmut Wagner. Der Markt an Sozialarbeitern sei leer gefegt. Gleichzeitig muss der Stadtjugendring ab dem Jahr 2016 im Rahmen der neuen Leistungsvereinbarungen mit der Stadt festgelegte Öffnungszeiten garantieren. Im Haus der Jugend müssen nach den Vereinbarungen zwei Fachkräfte arbeiten, ab 2017 gelte das auch für weitere Jugendtreffs. Wagner begrüßt prinzipiell diese Regelung und die verbesserten Qualitäts-Standards. Auch das künftig über 21-Jährige draußen bleiben müssen.

In einer Organisationsuntersuchung hatte die Unternehmensberatung Malcher aus Potsdam die Strukturen des Stadtjungendrings unter die Lupe genommen. Der Grund: Die Stadt hatte immer wieder Geld zum Budget nachschießen müssen. Die Stadt als Mitgesellschafter wollte dann wissen, ob der Stadtjugendring ausreichend finanziert sei. Nach der Untersuchung stehen 2,1 Millionen Euro im Raum für das Jahr 2016 im Raum – 157 000 Euro mehr als kalkuliert.

Mehr lesen Sie am Samstag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news .

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