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11.03.2010

"Es war wohl ein goldener Schuss" auf der Leo-Toilette

PFORZHEIM. „Das ist ein fürchterliches Schicksal“, sagt Juwelier Georg Leicht – gewissermaßen vor der Haustür des Top-Juweliers in den „Schmuckwelten“, unterhalb des Leopoldplatzes, ist am Mittwochmittag ein 32-jähriger Mann an den Folgen von Drogenmissbrauch ums Leben gekommen.

„Es war wohl ein "goldener Schuss", so Oberstaatsanwalt Christoph Reichert am Donnerstag auf PZ-Anfrage. Derzeit wird die Leiche in der Heidelberger Gerichtsmedizin obduziert.

„So schrecklich das Einzelschicksal ist und die Drogenproblematik insgesamt“, sagt Leicht, „unsere Kundschaft wäre wohl stärker irritiert, wenn es im Umfeld der ,Schmuckwelten' Einbrüche oder Überfälle gegeben hätte.“

Citymanager Rüdiger Fricke, immer ums gute Image der Stadt bedacht, hat generell Bedenken, was die Entwicklung in Innenstädten angeht. Als Stichworte nennt er neben Drogenmissbrauch Auseinandersetzungen, die von Jugendlichen ausgehen.

Von den fünf Drogentoten des Jahres 2008 (im vergangenen Jahr war es einer, ebenfalls in der Toilette unterem Leo) starb keiner in der Öffentlichkeit. Drei kamen in ihrer Wohnung in Pforzheim um, einer daheim im Enzkreis und einer – er stammte aus dem Kreis Calw – auf der Toilette seines Arbeitsplatzes im Enzkreis.