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Fridays-For-Future-Demo am Freitag in Pforzheim. © Klimanski
Bei der Kundgebung waren anfangs etwa 200 Teilnehmer mit dabei. © Klimanski
24.05.2019

Es wird wieder demonstriert - und zum Teil auch gestreikt: Fridays-For-Future-Kundgebung in Pforzheim

Pforzheim. Wieder sind sie hier, sind sie laut: Zum dritten Mal haben sich in Pforzheim mehrere Hundert zumeist jugendliche Teilnehmer im Rahmen der „Fridays for future“-Kundgebungen eingefunden, um bunt, laut und friedlich mit einem Demonstrationszug durch die Stadt vor dem drohenden Klimawandel zu warnen.

„Wir sind die letzte Generation, die ihn noch aufhalten kann“, hatte Mitorganisator Robin Schaletzki bereits in seiner Einladung appelliert. Und genau dieser Gedanke ist es, der die Schüler umtreibt, in Pforzheim wie weltweit, wenn sie sich dem Aufruf der jungen Schwedin Greta Thunberg anschließen: gemeinsam statt in die Schule, Hochschule oder Universität zu gehen, für ihre Zukunft einzustehen. Denn „warum für eine Zukunft lernen, wenn es diese bald nicht mehr gibt?“

Gegen 11.30 Uhr fand die Kundgebung mit anfangs gut 200 Teilnehmern statt. An der Kundgebung beteiligten sich auch Ältere - Vertreter von Bündnis90/Grüne, SPD und Grüner Liste. Ab 12 Uhr zogen die Schüler eine Runde durch die Innenstadt - in einem Demonstrationszug, der im Laufe der Zeit auf etwa 350 Personen anschwoll. Mit der relativ späten Uhrzeit wurde für sie großteils ein unerlaubtes Fernbleiben vom Unterricht vermieden. Auf dem benachbarten Bauernmarkt wird dessen 25-jähriges Bestehen gefeiert - unter anderem mit einem Plakat "Farmers for Future", das an die Schüleraktion erinnert. 

Um 13 Uhr endet die Veranstaltung an der Bahnhofstraße nahe der Polizei. Deren Beamte sagen, seitens der Teilnehmer sei alles ordentlich verlaufen. Andersherum nicht: Eine Frau habe sich dem Zug sehr aggressiv und laut entgegengestellt, die Polizei brachte sie dazu, den Weg frei zu geben.

Mehr Eindrücke der Kundgebung und der Demo gibt es auf den Instagram- und Snapchat-Kanälen pznews sowie am Samstag in der "Pforzheimer Zeitung" oder im E-Paper auf PZ-news oder in de PZ-Apps. in Kürze in diesem Artikel auf PZ-news.

Tausende junge Menschen demonstrieren landesweit

Kurz vor der Europawahl haben Tausende junge Menschen in Baden-Württemberg für mehr Klimaschutz demonstriert. Allein in Freiburg zählte die Polizei nach Angaben einer Sprecherin am Freitag zwischen 8000 und 10.000 Teilnehmer. Während des Demonstrationszuges durch die Innenstadt legten sich viele Schüler mehrere Minuten lang mit ihren Protestplakaten zum symbolischen Sterben auf den Boden. Die Europawahl ist an diesem Sonntag.

In Stuttgart beteiligten sich nach Angaben von Mitorganisatorin Nisha Toussaint-Teachout bis zu 5000 Menschen am zweiten sogenannten globalen Klimastreik der Fridays-for-Future-Bewegung. Darunter waren viele Schüler, aber auch Eltern und Großeltern. Die Demonstranten trugen Plakate mit Aufschriften wie «Warum Lernen ohne Zukunft», «Keine Kohle für die Kohle» und «Wir streiken bis ihr handelt».

Seit Monaten schwänzen junge Menschen freitags den Unterricht, um für eine bessere Klimapolitik auf die Straße zu gehen. Die Aktivisten fordern unter anderem die Einhaltung der Pariser Klimaziele. Auch Toussaint-Teachout forderte die Politik auf, endlich zu handeln. Sie rief den Demonstranten zu: «Niemand hat gesagt, dass es einfach werden würde. Aber was wir fordern, sind keine krass-radikalen Forderungen, sondern wir sagen einfach nur: Leute, Ihr habt ein verdammtes Abkommen unterzeichnet. Könnt Ihr das bitte einhalten.»

Prominente Unterstützung bekamen die Stuttgarter Demonstranten von dem Arzt und Wissenschaftsjournalisten Eckart von Hirschhausen. Er sagte, er habe einen Tipp für jeden, der schnell mit dem Porsche fahren wolle auf freier Bahn und mit Vollgas: «Der soll sich eine Carrera-Bahn kaufen mit Elektrostrom und Ökostrom.»