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Angeregte Diskussionsrunde: Der FDP-Landtagsabgeordnete Hans-Ulrich Rülke (links) erklärt den Schülern der Johanna-Wittum Schule die Vorzüge der EU.
Angeregte Diskussionsrunde: Der FDP-Landtagsabgeordnete Hans-Ulrich Rülke (links) erklärt den Schülern der Johanna-Wittum Schule die Vorzüge der EU.
Freuen sich über ihren Erfolg: Teilnehmer und Preisträger des Wettbewerbs der Landeszentrale für politische Bildung erhalten ihre Urkunden.  Seibel
Freuen sich über ihren Erfolg: Teilnehmer und Preisträger des Wettbewerbs der Landeszentrale für politische Bildung erhalten ihre Urkunden. Seibel
22.05.2017

Europäischer Wind in Pforzheimer Schulen

In diesen Wochen weht in Pforzheimer Schulen die Flagge der Identität und Einheit. Zahlreiche Projekte, Lesungen und Diskussionen um und über die Europäische Union regen die Schüler zum kritischen Nachdenken und Befassen mit der Thematik an.

So erwartete sowohl die Johanna-Wittum-Schule, als auch das Reuchlin-Gymnasium anlässlich ihres EU-Schulprojekttags, hohen Besuch. Schüler des Reuchlin-Gymnasiums – darunter zwei Schüler aus den Vorbereitungsklassen – hatten nach erfolgreicher Teilnahme am diesjährigen Wettbewerb der Landeszentrale für politische Bildung zweite und dritte Plätze erzielt. Der Wettbewerb ist eine Möglichkeit, zu politischen Themen – in verschiedenen Darstellungsweisen – Stellung zu beziehen.

Schüler üben Kritik

Gemeinsam mit der Pforzheimer Europabeauftragten Anna-Lena Beilschmidt war der CDU-Bundestagsabgeordnete Gunther Krichbaum gestern an die Schule gekommen, um die Urkunden in einem feierlichen Rahmen zu verleihen und hinterher unter dem Motto: „60 Jahre Europäische Union – eine Erfolgsgeschichte?“ eine rege Podiumsdiskussion mit den zehnten Klassen zu führen.

Ebenfalls bereit, sich den Fragen der Klassen 12 und 13 der Johanna-Wittum Schule zu stellen, war der FDP-Landtagsabgeordneter Hans-Ulrich Rülke, der vorab einen kurzen Vortrag zum Thema „Warum EU“ gehalten hatte.

In den anschließenden Diskussionen, zeigten sich die Schüler beider Schulen sehr interessiert und kritisch gegenüber dem Thema.

Aktuelle Herausforderungen der EU wie der bevorstehende Brexit, eine gesamteuropäische Regelung der Flüchtlingspolitik oder etwa in wie weit Brüssel Einfluss auf kommunaler Ebene ausüben sollte, wurden in beiden Gesprächsrunden hinterfragt. Sowohl Rülke als auch Krichbaum äußerten sich außerdem zu den anti-europäischen Tendenzen und dem überraschenden Großwerden rechtspopulistischer Parteien in vielen EU-Staaten.

Europa als Friedensgarant

Auf die Frage nach einer europäischen Identität und der Übermittlung europäischer Werte auf andere Länder einigten sich die Debattierer schnell: Europa sei eine Wertegemeinschaft, die „in Vielfalt geeint ist“, wie die Europabeauftragte Beilschmidt den europäischen Leitspruch zitierte. Es lebe von unterschiedlichen Kulturen und Sprachen, teile jedoch trotzdem demokratische Werte und Menschenrechte, die man jedoch nur als gebündelte Kraft an andere Länder weitergeben könne.

Daher gelte es besonders, die europäischen Privilegien auch auszuleben: zu reisen, neue Sprachen zu lernen und in Kontakt mit Menschen aus anderen EU-Ländern und ihren Kulturen zu kommen.

Der wichtigste Schluss und daher das Bezeichnende an der Europäischen Union sei, dass sie für Frieden gesorgt habe, der für vorige Generationen undenkbar gewesen wäre.