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Mit dem Buch „Pforzheim schmückt die Welt“ haben sie gut lachen: PZ-Chefredakteur Magnus Schlecht, Autor Herbert Müller, Geschäftsführender Verleger Thomas Satinsky und Alexander Lohner vom Digitaldruck „PZ-Kreativ“.  Foto: Seibel 

Ex-Sparkassenchef Herbert Müller über sein Buch „Pforzheim schmückt die Welt“ zugunsten von „Menschen in Not“

Pforzheim. „Fast eine Liebeserklärung an Pforzheim“ lautet der Untertitel des Buches von Herbert Müller, das er anlässlich von „Goldstadt 250“ mit der „Pforzheimer Zeitung“ herausgibt. Nicht nur, dass die Leser viel zum Schmunzeln haben, jeder, der das Buch bei der PZ erwirbt, tut auch noch Gutes: Der Erlös geht an die PZ-Hilfsorganisation „Menschen in Not“. Im Interview erklärt der 69-Jährige, wie das Buch entstand und was ihn an Pforzheim fasziniert.

PZ: Herr Müller, was fasziniert Sie als Ex-Banker und Zahlenmensch am Bücher schreiben?

Herbert Müller: Bücher schreiben und gestalten, das habe ich schon immer gerne gemacht, denn dabei kann man seine Fantasie einbringen und versuchen, etwas Neues und vielleicht sogar Unerwartetes zu machen. Jetzt als Pensionär habe ich ja auch Zeit dafür. Und was heißt Zahlenmensch? Ich war schon immer der Meinung, gerade als Banker und Chef eines Unternehmens darf man nicht reiner Zahlenmensch sein, denn man hat es mit Menschen zu tun und die darf man nicht wie Zahlen behandeln.

PZ: Wie kann man sich das vorstellen? Sie sitzen im stillen Kämmerlein und recherchieren und dichten und layouten?

Herbert Müller: Ja, das ist sicher ein Teil des Ganzen. Mit den heutigen Computern kann man so vieles ausprobieren, gestalten und immer wieder verändern. Das macht einfach Spaß. Zumindest meistens, es sei denn, der PC ist gerade abgestürzt und hat Teile der Arbeit verschluckt. Doch das Entscheidende ist schon viel früher geschehen. Ich bin Sammler. Meine Antennen sind immer ausgefahren. Seit vielen, vielen Jahre sammle ich Zitate (Tausende), Fotos (46 176 nur auf dem Mac) und Anekdoten (Hunderte). Das ist insgesamt eine gute Ausgangsbasis für literarische Experimente. Und jetzt kamen ja auch noch Geschichten von anderen hinzu.

PZ: Sie haben übers Golfen geschrieben und über Geld, jetzt über die Goldstadt. Der Untertitel Ihres Buches lautet „...fast eine Liebeserklärung an Pforzheim“. Was lieben Sie an der Goldstadt?

Herbert Müller: Vor allem die Menschen, die ich in den vielen Jahren meiner Tätigkeit intensiv kennen lernen und schätzen durfte. Wenn ich heute durch die Stadt gehe und mir winken die Menschen zu, freue ich mich. Einfach faszinierend an der Goldstadt ist ja ihre „Schmuckgeschichte“. Einzigartig auf der Welt! Darauf können die Pforzheimer stolz sein. Und von oben, zum Beispiel vom Sparkassenturm aus betrachtet, ist Pforzheim wunderschön. Unten gibt es noch einige Möglichkeiten für gestalterische Verbesserungen. Das sind doch Chancen, da wird es nicht langweilig.

PZ: Können Sie verstehen, dass es etliche Pforzheimer gibt, die nichts oder wenig mit ihrer Heimatstadt verbindet?

Herbert Müller: Das wird es immer geben. Es gibt aber auch Leute, die lauthals über etwas schimpfen, gerade weil sie es lieben. Mein Buch wendet sich nicht nur an eingefleischte Pforzheimer, sondern auch an jene, die nur oberflächlichen oder wenig inneren Bezug zu ihrer Stadt haben. Auf einfache, leichte Weise sollen sie mit dem Wesen und der besonderen Vergangenheit von Pforzheim vertraut gemacht werden.

PZ: Was erwartet den Leser?

Herbert Müller: Interessantes, Amüsantes, manchmal auch Verrücktes. Ich konzentriere mich auf die fröhlichen Seiten des Lebens, nach dem Motto: Häng’ Dir keine traurigen Bilder an die Wand. Das macht Dich selbst nur traurig. Das Buch ist insgesamt anders als normale Bücher. Auf jeden Fall kein Fachbuch. Der Leser darf sich einfach überraschen lassen.

PZ: Haben Sie eine Lieblingsgeschichte in Ihrem Buch?

Herbert Müller: Wenn ich’s genau nehme, sind alles meine Lieblingsgeschichten. Sonst wären sie nicht abgedruckt. Eine besondere ist vielleicht die vom „Pforzheimer Uhrmacher als Kammerdiener beim Papst“. Sie ist zwar nicht wahr, aber ich erzähle sie immer wieder gerne.

PZ: Was wünschen Sie der Goldstadt zu ihrem Jubiläum?

Herbert Müller: Dass diese unglaublich starke, von den Pforzheimern getragene „Jubiläums-Euphorie“ weiter lebt und der Goldstadt dauerhaft „Goldene Zeiten“ beschert.

INFO:

Das Buch ist für 15 Euro erhältlich in den PZ-Geschäftsstellen in Pforzheim, Poststraße 5, und in Mühlacker, Bahnhofstraße 52. Online reservieren kann man es auf lokalschatz.de/pforzheimer-zeitung. Ende des Monats erscheint auch eine gebundene Version von „Pforzheim schmückt die Welt“.