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Während Horst Lenk, Sprecher des Pforzheimer Einzelhandels, vor den drastischen Umsatzrückgängen als Folge des Busstreiks warnt, kann sich Taxifahrer Andreas Lippok über spürbar mehr Aufträge freuen.  Seibel
Während Horst Lenk, Sprecher des Pforzheimer Einzelhandels, vor den drastischen Umsatzrückgängen als Folge des Busstreiks warnt, kann sich Taxifahrer Andreas Lippok über spürbar mehr Aufträge freuen. Seibel
20.05.2016

„Existenzbedrohend“: Gastronomie und Handel leiden unter den Busstreiks

Pforzheim. Kaum ein Tag vergeht, an dem im Pforzheimer Busverkehr nicht gestreikt wird. Immer wieder stehen frustrierte Fahrgäste vergeblich wartend an Haltestellen. Doch die Folgen des andauernden Konflikts im öffentlichen Nahverkehr reichen noch weiter. So beklagen auch der Einzelhandel und die Gastronomie in der Goldstadt negative Auswirkungen.

„Die Situation ist eine absolute Katastrophe. Die Kundenfrequenz fehlt komplett“, ärgert sich Karl-Wilhelm Elsässer, Seniorchef von „Intersport Elsässer“ in der Schlössle-Galerie. Die reine Ungewissheit innerhalb der Bevölkerung sorge nicht nur an Streiktagen für ausbleibende Kundschaft. „Viele Menschen gehen kaum noch aus dem Haus, weil sie nicht wissen, ob ein Bus fährt oder nicht“, sagt Elsässer. Dementsprechend schwierig sei aktuell die Umsatzlage. Ähnliche Erfahrungen macht Axel Grießmayer, Chef des „Hopfenschlingels“ am Sedanplatz und Dehoga-Vorstandsmitglied. „Die Gästefrequenz ist deutlich gesunken und dementsprechend der Umsatz“, beschreibt der Gastronom die Auswirkungen. Diese Situation sei „definitiv existenzbedrohend“.

Eine Einschätzung, die der gesamte Pforzheimer Einzelhandel teilt. Sprecher Horst Lenk berichtet in einer Presseerklärung von „dramatischen Umsatzrückgängen von bis zu 20 Prozent“ und drängt auf eine schnelle Lösung des Streits im öffentlichen Nahverkehr.

Während Einzelhändler und Gastronomen in Pforzheim unter den Streiks leiden, können andere Unternehmen von der verzwickten Lage im Busverkehr sogar profitieren. Sowohl bei der Taxifunkzentrale als auch bei „Minicar“, steigt dadurch die Nachfrage. „Gerade in Streikphasen werden sehr viel mehr Taxis angefordert“, sagt Andreas Niedersetz, zweiter Vorsitzender der Taxifunkzentrale. Auch Jürgen Weber, Niederlassungsleiter bei „Minicar“ bestätigt, dass dann mehr Kunden bedient werden müssen. Die erhöhte Nachfrage birgt aber auch Probleme. „Zu Stoßzeiten, wenn wir sowieso viele Stammgäste transportieren, kommen wir an unsere Grenzen“, sagt Niedersetz.

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