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Intensiver Austausch zum Thema Pflege in der Arcus-Klinik auf Einladung von Frauen-Union und CDU-Arbeitskreis der Juristen (von links): Frank Johannes Lemke, Vorstandsvorsitzender der Caritas Pforzheim, Pforzheims Sozialbürgermeister Frank Fillbrunn, die CDU-Landtagsabgeordnete Sabine Hartmann-Müller, Bernhard Schneider, Hauptgeschäftsführer der Evangelischen Heimstiftung in Baden-Württemberg, Professor Kai-Uwe Kühn sowie die Moderatoren Alexandra Baur und Philippe Singer. Foto: Tilo Keller
Intensiver Austausch zum Thema Pflege in der Arcus-Klinik auf Einladung von Frauen-Union und CDU-Arbeitskreis der Juristen (von links): Frank Johannes Lemke, Vorstandsvorsitzender der Caritas Pforzheim, Pforzheims Sozialbürgermeister Frank Fillbrunn, die CDU-Landtagsabgeordnete Sabine Hartmann-Müller, Bernhard Schneider, Hauptgeschäftsführer der Evangelischen Heimstiftung in Baden-Württemberg, Professor Kai-Uwe Kühn sowie die Moderatoren Alexandra Baur und Philippe Singer. Foto: Tilo Keller
10.02.2019

Experten-Diskussion in Pforzheim beleuchtet das Landespflegegesetz

Pforzheim. Das neue Landespflegegesetz stand im Mittelpunkt einer Diskussionsrunde, zu der die Frauen-Union Enzkreis/Pforzheim und der Regionale Arbeitskreis Christlich-Demokratischer Juristen (RACDJ) im CDU-Kreisverband Enzkreis Pforzheim in die Arcus-Klinik eingeladen hatten. Alexandra Baur, die Kreisvorsitzende der Frauen-Union, und Philippe A. Singer, Vorsitzender des RACDJ, moderierten die Veranstaltung der Reihe „Politik trifft Praxis: Faktencheck Pflege“.

Die Intention des Landespflegegesetzes, die quartiersnahe Pflegestruktur zu stärken, wurde von den Diskussionsteilnehmern begrüßt. „Der Fokus liegt auf der Stärkung der Pflege in der Kommune“, erklärte die Landtagsabgeordnete Sabine Hartmann-Müller, pflegepolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion in Baden-Württemberg. Die Kommunen sollen die Möglichkeit erhalten, regionale Pflegekonferenzen abzuhalten, um die Akteure der Pflege vor Ort für die passgenaue Pflegeplanung und Pflegestruktur einzubinden. Sozialbürgermeister Frank Fillbrunn befürwortete zwar die Intention des Gesetzes, sah die Finanzierung allerdings nicht geklärt. „Es heißt, Stadt- und Landkreisen entstehen keine Mehrkosten, aber wie soll das funktionieren?“, fragte er. Über die Finanzierung schweige das Gesetz.

Zu strenge Vorgaben

Frank Johannes Lemke, der Direktor und Vorstandsvorsitzende der Caritas Pforzheim, stellte fest, dass sich alle wünschten, so lange wie möglich in den eigenen Wänden zu bleiben, wofür er Dezentralisierung als wichtige Voraussetzung sah. „Wer älter wird und zu Hause ist, ist in der Regel einsam“, machte Lemke auf ein Problem aufmerksam, das der kurze Besuch einer Pflegeperson auch nicht abmildern könne. Deshalb plädierte er dafür, die Funktion anderer Wohnformen zu betrachten, und sprach außerdem von einer größeren Durchlässigkeit von ambulanter und stationärer Hilfe. „Die gesetzlichen Vorgaben müssen lockerer werden“, erklärte er. „Da ist noch viel Arbeit zu leisten.“

Technik als „Fußfessel“

Hartmann-Müller machte darauf aufmerksam, dass 73 Prozent der Pflegebedürftigen zu Hause gepflegt würden und mehr als 70 Prozent der Pflege von Familienangehörigen geleistet würden. „Es gilt, diese Angehörigen zu unterstützen und wohnortnahe Unterstützungsstrukturen aufzubauen“, erklärte sie.

Mehr lesen Sie am Montag, 11. Februar, in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.