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Groß war im Juni die Freude über das satte Fördergeld vom Land für die Erweiterung der Kläranlage: der Erste Bürgermeister Dirk Büscher, Ministerialrat Helmfried Meinel und ESP-Chef Thorsten Sudhoff (von links). Foto: Meyer, PZ-Archiv
Groß war im Juni die Freude über das satte Fördergeld vom Land für die Erweiterung der Kläranlage: der Erste Bürgermeister Dirk Büscher, Ministerialrat Helmfried Meinel und ESP-Chef Thorsten Sudhoff (von links). Foto: Meyer, PZ-Archiv
Ines Wacker holt Wasser aus einem Brunnen auf dem Hauptfriedhof. Weil die Wasserleitungen dort alt und großteils marode sind, gibt es immer wieder massive Probleme mit Ebbe an Schöpfstellen, aber auch mit teuren Lecks im Boden. Die eigentlich dringend erforderlichen Baumaßnahmen werden nun wohl erst mal nicht umgesetzt. Foto: Ketterl, PZ-Archiv
Ines Wacker holt Wasser aus einem Brunnen auf dem Hauptfriedhof. Weil die Wasserleitungen dort alt und großteils marode sind, gibt es immer wieder massive Probleme mit Ebbe an Schöpfstellen, aber auch mit teuren Lecks im Boden. Die eigentlich dringend erforderlichen Baumaßnahmen werden nun wohl erst mal nicht umgesetzt. Foto: Ketterl, PZ-Archiv
09.11.2017

Explodierende Baukosten lassen Projekte in Pforzheim wanken

Pforzheim. Wurde zu blauäugig gerechnet? Oder war eine derartige Kostenexplosion, ausgelöst durch den Bauboom, nicht abzusehen? Mit diesen Fragen müssen sich die Stadträte dieser Tage wiederholt befassen. Den Bau der Sporthalle bei der Nordstadtschule hat das Baudezernat bereits gestoppt. Nun wanken weitere Projekte.

Während die Erneuerung von Leitungen auf dem Hauptfriedhof zumindest vorerst vor dem Aus steht, will die Stadt an der Erweiterung des Klärwerks festhalten, obwohl auch dort die Kosten aus dem Ruder laufen.

Geht es nach der Stadtverwaltung, soll die Ende 2016 beschlossene Erneuerung der Sommerwasserleitungen auf dem Hauptfriedhof nicht umgesetzt werden. Der Grund: Die Kosten waren mit 676.000 Euro kalkuliert worden. Tatsächlich würde das Projekt mehr kosten. Das ist der Vorlage zu entnehmen, mit der sich der Bauausschuss am Mittwoch, 22. November, beschäftigten wird. Wie viel mehr? Diese Frage will die Stadtverwaltung vor der Ausschusssitzung nicht beantworten.

Das fast vier Kilometer lange Leitungsnetz, das Brunnen und Schöpfstellen auf dem denkmalgeschützten Teil des Hauptfriedhofs versorgt, ist teils mehr als 100 Jahre alt, marode und undicht (die PZ berichtete). Nach Messungen des Gebäudemanagements gehen unter anderem durch Lecks jährlich sechs Millionen Liter Wasser verloren – allein für die Jahre 2012 bis 2015 ein Verlust von 42.000 Euro. Zudem verursachen Rohrbrüche erhebliche Reparaturkosten, oft müssen Besucher mit versiegender Wasserversorgung leben.

Am 19. Dezember muss der Gemeinderat entscheiden, ob die Maßnahme für den Doppelhaushalt 2019/20 neu angemeldet werden soll – samt neuer Beschlussvorlage mit überarbeiteter Planung.

„Noch reichlich Klärungsbedarf“, hatte die PZ jüngst über Diskussionen hinter verschlossenen Türen zum Bau einer vierten Stufe fürs Klärwerk geschrieben. Das gilt mehr denn je. Denn diese Stufe, mit der weitere Spurenstoffe aus dem Wasser geholt werden könnten, soll 13 statt der zunächst geplanten elf Millionen Euro kosten. Nach PZ-Informationen ringt die Stadtverwaltung darum, das Projekt zu realisieren – trotz aller Kritik aus dem Gemeinderat.

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