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Hans Kammerlander nimmt sich Zeit für einige „Bergfreunde“, wie er sie nennt: Christel Grimm, Michael Neunecker, Susanne Schwaiger, Rolf Constantin und Gerhard Kraus (von links) sichern sich ein Autogramm. Foto: Ketterl
Hans Kammerlander nimmt sich Zeit für einige „Bergfreunde“, wie er sie nennt: Christel Grimm, Michael Neunecker, Susanne Schwaiger, Rolf Constantin und Gerhard Kraus (von links) sichern sich ein Autogramm. Foto: Ketterl
23.11.2016

Extrembergsteiger Hans Kammerlander zu Gast im CCP

Pforzheim. Nicht viele Menschen strahlen eine solche Ruhe und Gelassenheit aus wie der Extrembergsteiger Hans Kammerlander. Bedenkt man, dass er im Laufe seiner langen und durchaus eindrucksvollen Kletter-Karriere dem Tod schon mehrfach ins Auge geblickt hat, verwundert es umso mehr, dass er sich sein fast schon entwaffnend freundliches Wesen bewahren konnte. Im Rahmen der Vortragsreihe „BilderWelten“ der Volkshochschule Pforzheim-Enzkreis nahm der gebürtige Südtiroler die rund 500 Besucher des CCP bei seinem Vortrag „Matterhörner der Welt“ mit auf die Reise, zurück zu einigen seiner einprägsamsten Etappen, die er als „Ausnahmebergsteiger“, wie er von Kletter-Kollegen genannt wird, hinter sich gebracht hat.

Fünf- oder sechsmal sei er schon in Pforzheim gewesen und habe die kurzen Besuche immer genossen, wie der 59-Jährige erzählt: „In der Stadt gibt es viele Berg-Begeisterte, die freundlich und sehr interessiert auf mich zukommen.“ Geduldig nahm er sich Zeit für diese Fans oder „Bergfreunde“, wie Kammerlander sie nennt, bevor er schließlich gemessenen Schrittes auf die Bühne im Großen Saal trat.

„Das Matterhorn ist das Bergsymbol schlechthin“, begann er seinen Vortrag, der sich an den Bildern und Videoaufnahmen orientierte, die der Kletterkünstler im Gepäck hatte. Doch sei der 4478 Meter hohe Schweizer Berg nur einer von vielen, die er zu seinen Lieblingen zähle. Häufig seien ihm jedoch große Ähnlichkeiten zum Matterhorn aufgefallen, wenn er auf den Bergen der Welt kletterte. „Früher bin ich nur neuen Rekorden und immer größeren Herausforderungen hintergeeilt.“ Heute mache er das nicht mehr. Er nehme mehr Zeit mit zum Berg, um das schöne „Drumherum“ angemessen würdigen zu können.

Das schöne „Drumherum“ kam in seiner Präsentation nicht zu kurz. Beeindruckende Landschaftsbilder-Bilder, etwa vom Mount Everest oder dem ebenfalls im Himalaya gelegenen Ama Dablam, dem Mount Assiniboine in Kanada oder vom norwegischen „Nationalberg“ Stetind teilte Kammerlander mit den Besuchern. Gerade bei der Besteigung des Letzteren sei er gerade so mit dem Leben davongekommen, erzählte er. Als er ein besonders schönes Bild machen wollte, habe er sich zu weit aus der Wand herausgelehnt und sei kopfüber abgestürzt: „Ich war gesichert und habe mich nicht verletzt. Aber immer wenn ich an mein Limit gehe, spüre ich den Wert des Lebens.“

Trotz des schönen Rückblicks auf hinter ihm liegende Erfolge, denke er gar nicht ans Aufhören: „Für mich sind Ziele wichtiger als Erinnerungen.“ Das nächste Ziel sei der Manaslu in Nepal, der einzige der insgesamt 14 Achttausender, den er noch nicht erfolgreich bestiegen habe.